1.11.2013: 1. Tag in Lima

Wir wachten um kurz vor 6 auf, Zeitverscheibung und Jet-lag sei Dank. Aber dafür waren wir ausgeschlafen und fühlten uns gut erholt. Gegen 7 Uhr standen wir dann auf und erfrischten uns mit einer heißen Dusche. Während Sibylle unter der Dusche stand, habe ich den ersten Tag ins Blog gestellt. Dann gingen wir, lange vor der verabredeten Zeit, die eine Etage hinunter zum Restaurant, wo das Frühstücksbuffet aufgebaut war. Dort waren Anke und Dieter auch gerade erschienen und holten sich gerade Tee und Kaffee. Marion war noch nicht da, aber wir waren ja auch erst in 30 Minuten zum Frühstück verabredet.

Wir fingen mit dem Frühstück an und genossen die peruanischen Spezialitäten. Unter einem amerikanischen Frühstück, wie es auf der Internetseite des Hotels angepriesen wurde, hatten wir uns etwas anderes vorgestellt. Aber wir waren froh, dass es so viele peruanische Leckereien gab, die wir genüßlich probieren konnten. Etwa Tamales ( Maisbrei mit Hühnchen, Rosinen und Oliven in einem Bananenblatt eingepackt) oder Queso Fresco con Aceturas (Frischkäse mit Oliven). Marion erschien zur verabredeten Zeit und während sie das Frühstück begann, gaben wir unserem Hunger nach und gingen zum zweiten Frühstücksgang über. Gegen 10 haben wir uns dann auf den Weg zum Haus von Dieters Vater gemacht, der hier im Stadtteil Miraflores gelebt hat, ebenso wie Dieter. Seit einem Monat war das Haus verkauft und Dieters Vater in ein Seniorenheim gezogen.

Als wir an dem Haus ankamen, waren ein paar Arbeiter  gerade dabei, Baumaterialien ins Haus zu tragen. Die neuen Besitzer, eine junge Familie mit zwei kleinen Kindern, waren auch zu sehen. Dieter ging auf den Mann zu und fragte ihn, ob er sich das Haus noch einmal ansehen dürfte. Wir blieben erstmal im Hintergrund auf der anderen Straßenseite stehen und warteten. Doch schon nach wenigen Sekunden winkte Dieter uns herbei und wir alle waren eingeladen, uns das Haus noch einmal anzuschauen.

Für Anke und wohl auch für Dieter war das eine sehr emotional bewegende Sache. Selbst für Sibylle und mich, die wir nur ein paar Tage in dem Haus gewohnt und die Gastfreundschaft von Rolf, Dieters Vater, genossen hatten, war es sehr bewegend. Aber es war eine sehr nette Geste von den neuen Besitzern, uns allen Zutritt zu gewähren. Während Dieter interessiert das ganze Haus inspizieren durfte und sich vom neuen Besitzer die Umbaumaßnahmen erklären ließ, blieben wir unten und ließen die Stimmung auf uns einwirken. Nach ein paar Minuten dann nahmen wir endgültig Abschied von Rolfs Haus und machten uns auf den Weg zu Wong. Unsere erste Kenntnis von Wong ließ uns einen kleinen chinesischen Tante-Emma Laden vermuten. Doch als wir dann vor 3 Jahren vor Wong standen, konnten wir nur staunen.

Wong ist eine Warenhauskette wie Walmart. Die Läden sind über die ganze Stadt verteilt. Wir wollten hier Geld wechseln. Normalerweise stehen viele offizielle Geldwechsler vor dem Geschäft oder darum herum. Doch heute war ein Feiertag, Allerheiligen, und da Lima überwiegend katholisch ist, waren viele Geschäfte und die Banken geschlossen. Wong hatte geöffnet, aber die Geldwechsler waren nicht da. Dieter begab sich auf die Suche und fand schließlich auf der anderen Straßenseite einen Reifenhändler, der nebenbei manchmal Geld wechselte. Bei ihm konnten wir ausreichend Dollar in Soles wechseln. Dann schnappten wir uns zwei Taxen und machten uns auf den Weg ans andere Ende der Stadt, zu dem Seniorenheim, in dem Dieters Vater nun lebt.

Die Straßen waren für Lima-Verhältnisse sehr leer und wir kamen sehr gut durch. Rolf wartet schon auf uns und empfing uns an der Eingangstür. Die Begrüßung war herzlich und wir folgten ihm in seine kleine Wohnung, wo wir uns eine Zeit unterhielten. Leider verlief der Großteil der Unterhaltung auf Spanisch, so dass Marion und ich recht wenig bis gar nichts verstanden. Gegen Mittag gingen wir dann in ein nahes Restaurant und aßen dort gemeinsam. Es war sehr kurzweilig und lecker. Danach gingen wir wieder in Rolfs Wohnung und schnappten und unsere Rucksäcke. Während Dieter bei seinem Vater blieb, weil noch ein paar Dinge zu besprechen waren, gingen Anke, Marion, Sibylle und ich wieder los und hielten das erstbeste Taxi an.

Wir fuhren zurück nach Miraflores, weil wir Kunsthandwerkermärkte besuchen wollten. Wir stellten fest, dass die Straße, in der sich die Märkte befanden, direkt parallel zu der Straße war, in der unser Hotel lag. Gemütlich und interessiert schlenderten wir durch die kleinen Geschäfte. Die Frauen interessierten sich in erster Linie für kunstvoll gearbeiteten peruanischen Silberschmuck, aber es gab auch Schaals aus Baby Alpaca, geschnitze Figuren oder peruanische Musik zu kaufen. Dann mußten wir auch schon langsam zur Huaca Pucllana aufbrechen. Dort, bei dieser mittlerweile recht bekannten Lehmziegelpyramide inmitten der Stadt, waren wir um 19 Uhr zum Essen verabredet.

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Wir wollten uns mit Martina und Michael treffen, zuvor aber sollte es noch eine kleine Führung durch die Anlage geben. Da die Huaca Pucllana nicht weit vom Hotel entfernt lag, sind wir zu Fuß dorthin gegangen. Er war letztlich auch gar nicht so weit, wir mußten einfach nur die Avenue Arequipa entlang gehen und irgendwann links abbiegen, dann konnten wir die Lehmziegel auch schon von weitem sehen. Wir hatten Glück, denn wir erwischten gerade noch die letzte Führung durch die Anlage um 17 Uhr. Es war eine Führung auf Englisch und das junge Mädchen, welches unser Guide für die nächsten 60 Minuten war, war offensichtlich gut im auswendig lernen.

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Vieles was sie sagte, war einfach nur heruntergerasselt. Einige Passagen klangen dann wieder sehr frisch und eigenständig kreiert. Sie führte uns durch den gesamten der öffentlichkeit zugänglichen Teil der Anlage und wir erkannten schnell, das sich in den letzten 3 Jahren, als wir das erste Mal hier waren, sehr viel verändert hatte.

DSC_0151Nach der einstündigen Führung wollten wir uns schon ins Restaurant setzen, wo wir zum Essen verabredet waren. Doch das Restaurant hatte noch nicht geöffnet. So setzten wir uns nach draußen in den Launch Bereich und tranken etwas. Nach einiger Zeit kamen erst Dieter und dann auch Martina und Michi.

Wir klönten noch eine Weile draußen, bevor wir dann nach zu unserem reservierten Tisch abgeholt wurden. Als Apperetiv gab es erstmal einen Pisco Sour (peruanischer Nationalcocktail). Wir hatten dieses leckere peruanische Nationalgetränk schon sehr vermißt. Und dieser Pisco war eine Granate, einfach sehr lecker! Michi und Martina erzählten begeistert und erlebnisreich von Ihren ersten Tagen im noch ursprünglichen Norden Perus, so dass unsere Lust und Vorfreude immer größer wurde. Wir hatten einen leckeren und netten Abend im Restaurant und gingen dann später zu Fuß zurück ins Hotel.

1 Kommentar

  • Helga un Karl sagt:

    Danke für den prompten Bericht. Ich stelle mir vor, Ihr geht
    Straßen entlang die wir auch schon gesehen haben. Jedenfalls
    begleiten wir Euch in Gedanken.
    Viele Grüße aus dem kalten Norden
    Helga und Karl

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