09.11.2021: Auf dem Ozean

Ein maritimer Tag lag vor uns. Wir hatten eine Bootstour von Los Christianos gebucht, bei der wir Wale und Delfine zu Gesicht bekommen sollten. Da der Bus von Puerto de la Cruz bis Los Christianos einmal um die halbe Insel herum fahren muss, wurden wir bereits um halb 12 abgeholt. Bis dorthin vertrieben wir uns die Zeit mit Frühstück und dem Einstellen der Berichte der ersten Tage. Der Bus war auch pünktlich, allerdings hatten wir mit einem kleinen Bus für 8 Personen gerechnet und nicht mit diesem großen Linienbus. Doch zum Glück war der Bus nicht voll, so dass wir uns einen schönen Platz aussuchen konnten.

Wir verließen Puerto und fuhren auf der Autobahn einmal um die Insel, an Santa Cruz und La Laguna vorbei. In Candelaria auf der Südseite hielten wir noch an einem Hotel, um weitere Gäste abzuholen. Doch selbst mit den beiden Frauen waren wir noch unter 20 Passagieren. Erik, der Ticketverkäufer, hatte uns versichert, dass Dienstag sehr wenige Menschen die Tour machen, maximal 40 Leute. An anderen Tagen, besonders am Wochenende, seien es über 100.

Wir fuhren nach Los Christianos und hatten das Bedürfnis, gleich wieder umdrehen zu wollen. Die vielen Hotels und die vielen Menschen, Fast Food Restaurants an jeder Ecke und die teilweise sehr leichte Bekleidung einiger Urlauber erinnerte uns an den Ballermann. 

Der Bus suchte sich seinen Weg durch die Parkbuchten und engen Gassen und erreichte endlich den Hafen. Hier ereilte uns doch glatt ein Schock, als wir das erste Boot sahen, das in Begriff war, in See zu stechen. Dicht an dicht saßen die Menschen auf dem Katamaran. Zum Glück war es nicht unsere Gesellschaft Royal Delfin, mit der wir aufbrechen wollten. Doch als der Bus zu seiner Parkposition fuhr, um uns aussteigen zu lassen, sahen wir die Schlange an Menschen, die im Begriff waren, auf das Boot der Royal Dolfin zu gehen. Das waren weit mehr als 40 Menschen. Es würde also etwas kuschelig werden.

Doch wir ließen uns davon die Stimmung nicht vermiesen, auch wenn Erik, wie eigentlich jeder Ticketverkäufer, maßlos übertrieben hatte. Wir gingen an Bord und suchten uns einen schönen Platz oben an Deck. Nachdem noch ein weiterer Bus mit ca. 20 Gästen angekommen und ausgeladen war, ging es endlich los. Unser Guide, ich glaube sein Name war Johann, war ein lustiger Kauz, wahrscheinlich holländischer Herkunft, der seine Ansagen in Spanisch, Englisch, Holländisch, Deutsch und Französisch ablieferte. Gerade zu Anfang waren das sehr viele Ansagen zum Thema Sicherheit und allgemeinen Verhaltensregeln an Bord. 

Wir waren etwa 15 Minuten unterwegs, als das Boot auch schon stoppte und der Guide uns auf eine Herde von Grindwalen aufmerksam machte, die scheinbar reglos im Meer lagen.

Die markant geformte Finne mit dem kleinen Widerhaken war gut zu erkennen. Putzig, wie die Gruppe so bewegungslos im Wasser lagen, so als würde direkt unter ihnen etwas zu futtern sein. Ab und zu tauchten ein paar dieser kleinen Wale, die auch Pilotwale genannt werden, ab und an anderer Stelle wieder auf. 

Nach einiger Zeit fuhren wir weiter, auch die Wale hatten genug von uns und waren abgetaucht. Bis zu 1000 Meter Tiefe hatte das Wasser an dieser Stelle. Wahrscheinlich waren sie gerade dabei, auf Futtersuche zu gehen. Wir wurden unterdessen mit einem kleinen Sandwich versorgt. Aber auch für Getränke war gesorgt. Es gab Wasser, Bier, Cola und Sangria.  Wir nutzten den freien Zugang zu den Getränken und füllten unseren Flüssigkeitshaushalt immer wieder auf. Schon bald meldete sich Johann aber erneut. Delfine waren an Backbord zu sehen. Zwei Schiffe näherten sich den Delfinen bereits.

Wir stoppten die Motoren und schauten dem Treiben der Meeressäuger zu. Fantastisch, wie diese niedlichen Tiere immer in Gruppen durchs Wasser zogen und gemeinsam untertauchten, um dann an anderer Stelle wieder aufzutauchen.

Das ganze Spiel dauerte auch etwa 15 bis 20 Minuten, bis auch die Delfine genug hatten und wir weiter zur Masca Schlucht fuhren.

Hier wurde der Anker geworfen und man konnte im Schutz der Masca Schlucht im Wasser baden. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, für die anderen wurde das Buffett eröffnet.

Es war ein einfaches Essen, aber einigermaßen lecker. Die Stimmung auf dem Schiff war schon wirklich toll. Die Sonne schien, die Temperatur war angenehm und zu jeder Zeit erklang die passende stimmungsvolle Musik aus den Lautsprechern. Alle Leute an Bord waren gut gelaunt und höflich. Es ging sehr entspannt zu und wir haben es einfach genossen.

Irgendwann ging es leider wieder zurück Richtung Los Christianos. Doch die Fahrt war so gut geplant, dass wir noch auf der Fahrt einen sehr schönen Sonnenuntergang zu passender romantischer Musik erleben durften. Das war ein wirklich schönes Erlebnis.

Zurück im Hafen ging es dann wieder zu unserem Bus und zurück nach Puerto de la Cruz.

1 Kommentar

  • Helga sagt:

    Hallo Ihr Lieben,
    es war bestimmt eine tolle Tour. Der Sonnenuntergang ist schon auf
    den Fotos spektakulär, wie dann erst live!?
    Los Christianos war schon vor gut 30 Jahren entsetzlich.
    Habt weiterhin eine schöne Zeit.
    Mit vielen Grüßen
    Helga

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