18.03.2020: Cape Reinga

Letzter Urlaubstag und wir mussten früh aufstehen. Schon irgendwie ungerecht, aber da der Bus von Fullers Reisen uns um 7 Uhr 15 abholen würde, mussten wir entsprechend früh aufstehen und frühstücken. Die Rückkehr war für den frühen Abend erwartet.

Netterweise hatte das Hotel extra für uns den Frühstücksbereich 1 Stunde früher geöffnet als normalerweise, so dass wir ganz in Ruhe uns für den Tag stärken konnten. Es war schon schade, dass dies der letzte richtige Urlaubstag werden würde, aber wir hatten bisher eine Menge gesehen und fast immer Glück mit dem Wetter gehabt.

Es war noch ziemlich frisch, als wir vors Hotel gingen und auf den Bus warteten. Doch unser Bus kam relativ pünktlich, so dass wir einsteigen und uns zurücklehnen konnten. Das Wetter in Paihia verhieß sehr schön zu werden, der Sonnenaufgang war schon mal sehr verheißend. Vielleicht haben wir am Cape Reinga auch Glück mit dem Wetter.

Es ging auf die Straße und hinaus aus Paihia. Wir schauten aus dem Fenster hinaus und genossen noch einmal die vorbeiziehende wunderschöne Landschaft.

Unser erster Stop war der Puketi Forest, ein Kauri Wald nicht weit von Paihia entfernt. Der Rundweg (extra für Queen Elizabeth angelegt) war recht kurz, führte aber durch einen schönen Wald, sehr dicht und grün, mit eng bewachsenen Bäumen und hohen und dicken Kauri-Bäumen. Wir hatten jetzt schon einige Kauri-Bäume und Wälder gesehen, jeder hatte etwas Besonderes und war etwas anders als die anderen.

Kauri Baum im Puketi Forest
Kauri Baum im Puketi Forest

Nach einer Viertelstunde stiegen wir alle wieder in den Bus und fuhren weiter. Inzwischen war es richtig schön und warm geworden. Wir fuhren eine ganze Weile auf dem Highway, bevor wir eine kleine Kaffeepause einlegten. Der Ort, wo unser Busfahrer hielt, war eine kleine Stadt – nicht mehr als ein paar Hütten – in dem sich viele Menschen damit beschäftigen, aus alten, im Schlamm vergrabenen Kauri-Holz Kunstwerke und nützliche Haushaltsgegenstände herzustellen. Das Fällen von Kauri-Bäumen zur weiteren Verarbeitung ist seit den 1970er Jahren verboten, aber bereits tote Bäume dürfen verarbeitet werden.

Nachdem der Kaffee ausgetrunken war, ging es wieder weiter Richtung Cape Reinga. Wir fuhren zunächst zum 90 Mile Beach und unser Bus durfte sogar auf den Strand hinauf fahren. Mit unserem gemieteten Auto hätten wir das nicht gedurft. Kurz bevor wir auf den Strand fuhren, hörten wir, wie die Luft aus den Reifen gelassen wurde. Dann ging es auch schon hinaus auf den Sand, an den Strand. Es war dort menschenleer und der Bus fuhr nach rechts und dann parallel zur Wasserlinie. Google Maps zeigte uns an, dass wir bereits in den Fluten versunken waren. Aber wir waren noch da und jagten mit knapp 80 Stundenkilometer über den Strand. Niemand war da, außer uns!

Dann stiegen wir aus und konnten ein wenig Strandfeeling genießen und umherlaufen. Außer uns waren nur ein paar einsame Möwen am Strand unterwegs. In der Ferne sahen wir einen weiteren Bus, der sich uns näherte. Er hielt genau auf uns zu, kam immer näher und fuhr dann plötzlich auf der dem Wasser zugewandten Seite an uns vorbei!

Nach dem 90 Mile Beach stiegen wir wieder in den Bus und fuhren zum Mittagessen. Es gab Fisch und Chips. Wir saßen im Schatten an einer kleinen Bucht und genossen das Essen.

Gesättigt ging es dann weiter Richtung Norden. Plötzlich bog der Bus ab und fuhr einen engen Weg entlang, Dünen kamen in Sichtweite und mit einem Mal fuhr der Bus durch tiefe Pfützen, so dass es an der Seite nur emporspritzte. Auf die erste Trittstufe in den Bus lief sogar das Wasser rein. Der Bus hielt neben den Dünen, außerhalb eines Bereichs, der mit orangefarbenen Hütchen markiert war. Die Türen gingen auf und der Busfahrer fragte, ob wir Interesse am Sandboarden hätten.

Sandboarden

Ein paar Hände schnellten in die Höhe und grinsend ging der Busfahrer hinaus, öffnete eine Klappe hinten am Bus und wir sahen eine ganze Menge Surfboards in halber Größe und unterschiedlichen Farben. Wir schnappten uns je eines, zogen die Schuhe aus und stapften dann die Düne empor. Das war verdammt anstrengend! Und von oben war der Blick hinunter sehr steil! Da wollten wir uns gleich hinunterstürzen! Sind wir denn verrückt? Vor uns machte sich einer nach dem anderen daran, auf dem Brett liegend den Abhang hinunter zu gleiten, wie auf einer Welle aus Wasser. Endlich waren wir an der Reihe. Sibylle und ich starteten zeitgleich. Es war herrlich, ein totaler Spaß! Angst brauchte man keine zu haben, es ist ja nur Sand! Die Instruktionen des Busfahrers beherzigend rutschten wir auf den Boards ziemlich schnell die Düne hinab und glitten unten durch ein Flussbett, das nur noch wenig Wasser führte. Aber das wenige Wasser reichte, um uns ordentlich vollzuspritzen und unsere Kleidung zu versanden. Irgendwie hatten ich das mit der empfohlenen Wechselkleidung nicht Ernst genommen.

Aber der Sand lies sich abschlagen und das nasse trocknete bald wieder. Wir machten nacheinander noch einen zweiten Versuch und es war genauso lustig wie beim ersten Mal. Das war ein Riesenspaß! Aber es sollte noch weiter gehen. Der Bus fuhr weiter und der nächste Stop war dann endlich Cape Reinga!

Das Wetter war, wie soll man es anders ausdrücken, gigantisch! Blauer Himmel und erbarmungslos scheinende Sonne. Dazu diese fantastische Küstenszenerie und das rauschende, sich an den Felsen brechende Meer. Wir kamen aus dem Staunen und Bilder machen wieder mal nicht heraus.

Wahnsinn, wie schön das hier ist! Wir gingen vom Parkplatz zunächst den mit Bohlen ausgelegten Weg, der dann nach rechts weiterging, während ein sandiger Weg auf einen Hügel führte. Natürlich nahmen wir den Weg den Hügel hinauf. Von oben war der Blick noch um einiges schöner! Angenehm war auch, dass es auch hier nicht von Touristen überlaufen ist.

Leider mussten wir uns dann doch irgendwann trennen vom Cape Reinga und den Weg zum Bus antreten. Die Fahrt zurück verlief dann ohne weitere Ereignisse, so dass wir um kurz nach 18 Uhr in Paihia ankamen.

Wir zogen uns kurz um und gingen dann zum Hafen, denn wir wollten mit der Fähre nach Russell hinüber und noch ein letztes Mal lecker essen. Zuvor nahmen wir einen kleinen Aperetif in einem netten Lokal am Hafen, bevor es dann ein letztes Mal mit der Fähre hinüber ging. Wir gingen wieder ins Duke of Marlborough und wurden sogar vom selben Kellner bedient wie vorgestern.

Im Duke of Marlborough

Er erkannte uns auch gleich. Da auch hier nun Corona allgegenwärtig ist, hatte das Lokal die Hälfte seiner Tische nicht aufgestellt, um den Mindestabstand einzuhalten. Wir aßen wieder die geschmorte Lammkeule, die genauso lecker war, wie vor zwei Tagen! Der krönende Abschluss eines perfekten Tages, bevor es mit der letzten Fähre um 22 Uhr wieder zurück nach Paihia ging.

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