15.03.2020: Paihia

Corona hat alles verändert! Heute ist Sibylles Geburtstag, doch das tritt total in den Hintergrund. Beim Frühstück fragt uns unser Gastvater, wie er sich neuen Gästen gegenüber verhalten soll. Neuseelands Regierung hat gestern Abend verkündet, dass alle Leute, die ins Land einreisen, ab sofort 14 Tage unter häusliche Quarantäne gestellt werden. Bereits 4 Absagen haben unsere Gasteltern daraufhin erreicht. Er fragt sich, ob er das Frühstück, das er uns so persönlich zubereitet hat, demnächst den Gästen, sofern denn noch welche kommen, einfach vor die Zimmertür stellen soll. 
Wir hatten gedacht, hier noch von Corona verschont zu werden, doch das ist Illusion gewesen!
Nach einem ernsthaften und interessanten Gespräch und einem wieder sehr leckerem Frühstück, sind wir dann nach Paihia aufgebrochen. Für den Nachmittag war eine Segeltour auf dem Segelboot R.Tucker Thomson geplant. 
Die Fahrt nach Paihia dauerte nur knapp eine Stunde und führte recht nah an der Küste vorbei, ging aber auch kurzzeitig ins Landsinnere. Kurz vor Paihia war ein kleiner Ort, in dem Toiletten nach Hundertwasser zu bewundern waren.

Hundertwasser Toiletten
Hundertwasser Toiletten

Direkt am Hafen lagen die Tourenanbieter und die I-Site. Wir sahen ein Schild für eine Halbtagestour, das erstaunlich im Preis herabgesetzt war. Als wir hineingingen erfuhren wir, das wegen Corona viele abgesagt haben, auch Zimmer in den Hotels wurden gecancelt. 
Wir waren etwas geschockt, machten aber unsere Buchungen und sind dann zur I-Site, um ein Bed-and-Breakfast zu finden. Allerdings sind die Preise für Bed-and-Breakfast hier unverschämt hoch, so dass wir uns letztlich doch für ein Hotel entschieden haben. Die I-Site war etwas unflexibel, was das Buchen der Unterkunft anging, so dass wir selber vorstellig werden mussten. Nach ein wenig Stress mit dem Hotel, weil der Preis im Internt um einiges günstiger war, als der, den uns das Hotel geben wollte, haben wir dann doch dort den reduzierten Betrag ausgehandelt und gebucht.
Nachdem das Zimmer dann gebucht war, sind wir zum Hafen. Es war bereits Mittag, so dass wir eine Kleinigkeit zu uns nahmen. Anschließend sind wir mit der Personenfähre hinüber nach Russell gefahren.

Da wir bis zum Start der Segeltour um 16 Uhr noch Zeit hatten, sind wir etwas spazieren gegangen. Auch in Russell gab es einen Aussichtspunk auf dem Hügel, den wir erklommen. In 20 Minuten waren wir oben und hatten einen schönen Blick auf die Bay of Island.


Dann ging es wieder hinab und aufs Segelschiff.

Wir verließen den Hafen von Russell bei schönstem Wetter. Die Sonne schien, es herrschte idealer Wind und wir setzten Segel. Ich durfte dabei helfen, die Segel zu setzen (neben 3 anderen Gästen). Wir segelten munter in der Bay herum, nicht weit vom Hafen von Russell entfernt. Leider ging es nicht weiter hinaus.
Sibylle wagte dann noch einen Ausflug in die Klampen und kletterte außen hinauf. Sie kam recht hoch und hatte von dort oben sicher einen fantastischen Ausblick, und das bei voller Fahrt.


Nach nicht einmal 3 Stunden waren wir dann wieder am Anleger und sind mit der Fähre zurück nach Paihia gefahren, wo wir lecker zu Abend gegessen haben und auf Sibylles Geburtstag angestoßen haben.
Wir haben nach dem Essen dann unser Zimmer in Augenschein genommen und gemerkt, dass sich die Balkontür nicht abschließen lässt. An der Rezeption war leider keiner mehr. Wie überall im Land scheint um 17 Uhr alles dichtgemacht zu werden. Also müssen wir morgen gleich früh um 7 das Zimmer wechseln, sofern dies nicht repariert werden kann.

2 Kommentare

  • Helga sagt:

    Hallo,
    Ich kenne die Hundertwasser Toiletten in Uelzen. Daß es in Neuseeland
    darin noch einen Baum zu Dahinterhocken gibt , ist schon extravagant.
    Das Hochklettern in der Takelage allerdings auch.
    Ich hoffe sehr, daß Eure Rückreise problemlos klappt!!!!
    Es grüßt Helga.

  • M + M sagt:

    Hallo Ihr beiden,
    ja – es ist zur Zeit tatsächlich alles nicht so einfach……Das öffentliche Leben kommt zum Stillstand. Wir sind – nach einer Woche Arbeiten – diese Woche jetzt in Quarantäne zu Hause (wegen Rückkehr aus dem inzwischen auch zum Risikogebiet erklärten Tirol).Seit heute morgen haben auch alle Behörden in Hamburg den Publikumsverkehr eingestellt. Unser Arbeitgeber hat im Haus auch nur noch Notbesetzung. Der Rest soll möglichst von zu Hause arbeiten. Leider reichen die Kapazitäten aber bei weitem nicht aus. Es bleibt spanndend. Offiziell hört man überall den Zeitraum 19.03. – 19.04.20. Damit sind auch unsere anstehenden „Vorbereitungen“ für gewisse Ereignisse gefährdet ;-). Beim Einkaufen gibt es nur Engpässe bei Klopapier und Nudeln. Es ist zum Piepen!
    Im Übrigen hatten wir jetzt Zeit ;-), uns unseren Film von der Nordinsel aus 2001 wieder anzuschauen. Aus heutiger Sicht auch zum Piepen! Vieles gleicht aber auch noch Euren Erlebnissen von heute! Wir müssen uns den Film echt nochmal zusammen ansehen….Also genießt noch die letzten Tage, kommt gut nach Hause und bleibt gesund!
    LG, M + M

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