13.03.2020:Nach Whangerei

Mit der aufgehenden Sonne haben wir die Unterkunft nahe Helensvill verlassen und sind Richtung Bay of Islands gefahren. Es war noch etwas frisch, doch die Sonne schien und die Strecke führte uns einmal quer über die Insel durch grüne Landschaften. Unser Ziel war Whangerei. Ursprünglich wollten wir bis Tutukaka fahren, doch das ist nur ein kleiner Ort und Startpunkt für viele Wassersportanbieter. Unser Plan ist es, in der Bay of Islands eine Bootstour zu den Poor Knights Island zu machen. Dieses Gebiet vor der Küste ist als ein Top-Tauch- und Schnorchelrevier bekannt und die Bilder im Internet lassen einen ins Schwärmen geraten.
Die Fahrt nach Whangerei verlief ohne besondere Vorkommnisse. Wir sind direkt zur I-Site gefahren und haben uns etwas schlau gemacht. Zunächst haben wir uns von den dortigen Mitarbeitern sehr nett beraten lassen und ein schönes Bed-and-Breakfast gebucht. Dann haben wir uns nach Touren zu den Poor Knights Island erkundigt, mussten dann aber leider erfahren, dass Schnorcheltrips für morgen nicht angeboten werden, weil eine zu rauhe See erwartet wird.
Wir sind dann erst einmal im Bereich der Marina von Whangerei herumgeschlendert und haben uns in einem netten Cafe niedergelassen und lecker gefrühstückt. Wie an vielen Orten in Neuseeland wird auch in Whangerei viel gebaut. Direkt neben dem Cafe war eine große Baustelle für ein Hundertwasser-Museum. Nachdem wir uns gestärkt hatten, sind wir dann zu unseren Gasteltern gefahren und haben die Koffer abgestellt. Die Unterkunft war wirklich sehr schön und liebevoll eingerichtet, die Gasteltern waren sehr nett und vor allem konnten wir verstehen, was sie sagen. Das ist bei den meisten Neuseeländern aufgrund ihre starken Maori-Einschlags nicht fließend und sofort der Fall.
Da wir bisher nur herumgesessen waren, haben wir uns entschlossen, eine kleine Wanderung in Whangerei zu machen. Wir haben gehört dass es einen Wasserfall gibt, der über einen Waldwanderweg gut zu erreichen ist. Für eine Strecke werden etwa 2 Stunden benötigt. Das war genau das, was wir suchten und wir machten uns auf den Weg.


Der Weg führte am Fluss entlang und führte über eine kleine Brücke auf die andere Seite des Flusses. Kurz darauf kamen wir zu einem Hinweisschild, auf dem ein Aussichtspunkt angeprisen wurde. 40 m stand darauf. 40 Meter klang gut, das wollten wir uns anschauen und gingen los. Doch nach 40 Metern kam nichts, auch nicht nach 400. Wir gingen weiter, fingen aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit an zu schwitzen und wunderten uns, dass wir noch immer keinen Aussichtspunkt sahen. Langsam dämmerte es uns, dass auf dem Schild eine falsche Information angegeben war. Als wir dann nach knapp 25 Minuten endlich oben waren, sahen wir den Grund für unsere etwas angestrengte Atmung: Hinab waren 40 Minuten angeben. Das M stand also für Minuten, nicht für Meter, wie allgemein üblich! 
Immerhin hatten wir statt der 40 Minuten nur 25 benötigt.
Die Aussicht von oben war aufgrund der grauen Wolkendecke, die sich in der letzten Stunde breitgemacht hatte, nicht gerade sehr imposant. Aber die sportliche Aktivität war es wert gewesen.


Wir machten uns auf den Weg hinab. Der Weg führte weiter durch Wald, vorbei an dicken Farnen, Kauribäumen und anderen einheimischen Pflanzen, die einem das Gefühl gaben, in einem Urwald zu sein. Auf dem Weg passierten wir verschiedene Baumbestände und mussten darum auch durch die bereits bekannten Kauri-Desinfektionsstellen hindurch und unsere Schuhe gründlich säubern. Wir wanderten einen kleinen Kauri-Rundweg entlang und konnten noch einmal diese imposanten Waldriesen bewundern, die überall im Land gerade sehr stark gefährdet sind.


Weiter ging es zu den Whangerei Falls. Da wir fürchteten, es nicht mehr ganz vor Sonnenuntergang bis zurück in die Stadt zu schaffen, legten wir einen Gang zu. 


Die Whangerei Falls führten mehr Wasser, als wir es erwartet hatten. Der Weg hatte sich auf jeden Fall gelohnt.
Dann ging es den gleichen Weg wieder zurück in die Stadt und wir schaffen den Rückweg in knapp 90 Minuten, statt 2 Stunden.

Wir sind danach dann in ein interessant aussehendes Lokal gegangen, dass sich schlicht 8 nannte und asiatische Fusionsküche anbot, was immer das auch sein mochte. Da es nicht so viel Auswahl gab, gingen wir hinein und bekamen ein wirklich sehr leckeres Essen serviert, nebst leckeren Ale!

Es war ein sehr netter Abend und ein sehr schöner Tag gewesen! Anschließend sind wir zurück zu unserer Unterkunft und schlafen gegangen.

1 Kommentar

  • Helga sagt:

    Hallo, Ihr tapferen Wanderer,
    das Missverständnis mit dem Buchstaben „M“ wird sicher
    schon vielen Leuten passiert sein. Wir hatten mal die Angabe
    für Meilen als Kilometer gedeutet, die Beine merken den
    Unterschied. trotzdem habt ihr noch tolle Bilder gemacht.
    Schöne Grüße
    Helga

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