Tag 28, 13.09.2019: Zum Marble Canyon

Heute sind wir wieder früh aufgestanden, denn neben einer Fahrt von rund 240 km war auch noch ein wenig Aktivität auf dem Programm. Wir sind gleich morgens zu den Helmcken Wasserfällen gefahren, den 4. höchsten Wasserfällen in Kanada. Die Fahrt dorthin führte uns auf kurvigen Straßen, auf denen man meist nur zwischen 40 und 60 km/h fahren konnte, durch den sehr dicht bewaldeten Wells Gray Provincial Park. Auch wenn wir die Hinweisschilder vermissten, Tiere in freier Wildbahn gab es auch hier! Dementsprechend vorsichtig sind wir gefahren. Aber die Sicht war gut und der Himmel hatte viele blaue Lücken für uns übrig, so das wir hoffnungsvoll den Wasserfällen entgegen fuhren. Wie groß war dann doch die Überraschung, als wir auf dem Parkplatz ankamen und nach wenigen Metern am Viewpoint zu den Helmcken Falls standen, die Wasserfälle hatten sich hinter einer dichten Nebelschicht versteckt.

Es war ein Dejavu, wie am Peyto Lake. Wir warteten geduldig und sahen dem Nebel zu, wie er sich durch die Kraft der Sonne zeitweise verzog und durch den Canyon fort bewegte. Doch das Wasser, welches die Helmcken Falls mit lautem Krachen hinabstürzte, produzierte ständig neue Feuchtigkeit, die neuen Nebel erzeugte.
Wir warteten eine gute Dreiviertelstunde, dann machten wir kehrt und fuhren mit dem Wohnmobil zurück Richtung Clearwater. Unterwegs sahen wir am Straßenrand vor uns auf der Gegenfahrbahn ein Auto mit Warnblinker halten und einen kleinen schwarzen
Schatten direkt davor am Straßenrand. Noch ehe wir begriffen hatten was es war und die Kameras zücken konnte, war der kleine Schwarzbär im Gebüsch verschwunden. Weder er noch Mama Bär ließen sich wieder blicken. Wir drehten um, um ihn eventuell doch
noch einmal zu sehen, doch vergebens. Aber da wir schon mal in der Richtung standen, fuhren wir noch mal kurz zu den Helmcken Falls, in der Hoffnung, dass man nun etwas von den Wasserfällen sehen würde. Aber vergebens! Auch all die anderen Touristen, die nun dort auf der Plattform standen und warteten, konnten nur den weißen Nebel sehen.
Wir fuhren zurück und hielten bei den Dawson Falls, die auch die kleinen Niagarafälle genannt werden. Diese Wasserfälle zeigten sich uns äußerst deutlich und waren nicht weniger interessant als die Helmcken Falls. Der Weg dorthin führte uns etwa 10 Minuten durch einen Wald, den wir wieder Geräusche machend zurücklegten, da wenig Touristen unterwegs waren. Aber die Bären hatten kein Interesse an uns. Bei den Wasserfällen angekommen, waren wir dann schon angenehm überrascht und verbrachten etwa 20 Minuten. Das Wetter wurde wieder besser.


Weiter ging es dann zu den Spahgat Falls, kurz vor dem Ende des Wells Gray Provincial Parks. Diese Wasserfälle gelten als Geheimtipp. Sie befinden sich in einer Schlucht, die die Form eine Hufeisens hat. Die Spahgat Falls sind nicht ganz so hoch wie die Helmcken Falls und es fließt sehr viel weniger Wasser hinunter, aber schön anzusehen sind sie allemal.

Wir fuhren dann weiter zum Shaden Viewpoint, nur einen Kilometer entfernt, und machten Mittag.

Dann ging es nach Clearwater, wo wir den Tank des Wohnmobils für die Fahrt Richtung Westen auffüllten, und dann machten wir uns auch schon auf den Weg zum Marble Canyon Provincial Park.
Unser ursprünglicher Plan war es gewesen, erst einmal Richtung Süden und über Kamloops zu fahren. Wir hatten in Erwägung gezogen, in Kamloops etwas Zeit zu verbringen, doch in Anbetracht der noch zu fahrenden Kilometer haben wir die Alternativstrecke von Google Maps gewählt und sind direkt Richtung Westen gefahren. Dadurch haben wir ein paar Kilometer gespart und sind durch ein landschaftlich sehr schönes, bergiges Gebiet gefahren. Der Verkehr war sehr ruhig, kaum Autos und absolut keine Lkws, die uns auf den Fersen waren. Dafür viele sehr grüne und gesunde Bäume und viele kleine und größere Seen. Das Fahren
auf dieser Strecke war sehr angenehm.
Der Campingplatz am Marble Canyon lag direkt zwischen dem Highway und einem kleinen See, eingerahmt von einem dünn bewachsenen Canyon. Wir hatten eine große Auswahl an freien Plätzen und suchten uns einen netten Platz in der Nähe des Sees aus. Dann holten wir die Campingstühle heraus und genossen erst einmal den Blick auf den See und die Berge.

Während wir saßen, kam eine kleine Ente aus dem nahen See und schaute uns neugierig zu. Sie kam richtig nah und schaute nach dem Rechten.


Anscheinend hatten wir ihr Wohnzimmer besetzt. Wir drohten ihr mit dem Grill, daraufhin machte sie sich von dannen.
Später wurde dann wieder Holz gehackt und der Grill angefeuert. Das letzte Holz verschenkten wir, ebenso den Grillrost, den wir uns zu Anfang gekauft hatten. Für beides gab es die letzten beiden Tage in Kanada keine Verwendung mehr. Langsam ging unsere Reise zu Ende.

1 Kommentar

  • Helga sagt:

    Hallo,
    das hört sich schon leicht nach Abschied an. Ihr habt vn drei möglichen
    Wasserfällen zwei gesehen, das ist doch ein guter Prozentsatz,
    Enten sind übrihgens auch hübsche Tiere, nur weill man sie öfter
    trifft als Bären und Elche, mußtet Ihr sie nicht vertreiben.
    Für die restliche Zeit und die Rückreise alles Gute
    wünscht Euch Helga

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