Tag 16, 13.11.2016, Auf dem Inle See

Früh am Morgen brachen wir heute auf, um den Tag größtenteils auf dem Inle-See zu verbringen. Bei einer rasanten Fahrt aus dem Seitenarm heraus konnten wir schon die Gischt auf dem See erkennen und wußten, das dort schon viele andere Landschwanzboote unterwegs waren und die Menschen rund um den See von einem Ufer zum anderen brachten. Auch uns kamen immer wieder Boote entgegen und preschten an uns vorbei. Darin saßen viele Einheimische, die uns immer ganz aufgeregt zuwinkten, wenn sie uns sahen. Sie lachten und riefen uns Sachen zu, die wir nicht verstanden. Einzig „Mingalaba“ verstanden wir, was soviel wie „Guten Tag“ oder „Hallo“ bedeutet.
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Kaum waren wir auf dem See, sahen wir auch die bekannten Einbeinruderer. Es waren nicht viele in unserer Nähe, aber wir waren froh, überhaupt welche zu Gesicht zu bekommen. Es hatte nämlich schon den Anschein gehabt, dass es gar keine echten Einbeinruderer auf dem See mehr gibt.
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Wir fuhren durch die Uferlandschaft des Inle-Sees und besuchten die Schwimmenden Gärten. Die Menschen an diesem See hatten gelernt, wie man Gemüse auf dem Wasser anpflanzen kann. Bestimmte Wasserpflanzen, die über Luftpolster in ihren Blättern verfügen und auf diese Art einen sehr stabilen Belag darstellen, bildeten die Erde für die Pflanzen. Wir hielten an einem dieser in langen Reihen angelegten Gärten, in denen unter anderem Tomaten angepflanzt wurden, und Tun erklärte uns genau, wie das Anpflanzen und die Ernte funktioniert.
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Dann ging es weiter. Das Wetter war inzwischen herrlich warm und sonnig geworden, wir waren froh über jeden Sonnenschutz, den wir auf dem Boot dabei hatten. Das Boot fuhr zu einer Landzunge, die auch gut als schwimmende Insel durchgehen könnte. Hier stiegen wir aus und besuchten ein Dorf und schauten in ein paar Hütten, in denen die leckeren Shan Cracker hergestellt wurden.
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Diese Cracker aus Reis und Sesam hatten wir schon des öfteren als Vorspeise zum knabbern beim Abendessen bekommen. Das Herstellungsverfahren ähnelte dem Prozeß des Crepe Herstellens, nur das man anschließend die Cracker im rohen Zustand auf lange Bambusmatten legte und diese dann in die Sonne zum trocknen legte. Anschließend werden sie über dem offenen Feuer gegrillt, wodurch sie aufknusperten. In jeder Hütte dieses kleinen Dorfes wurden diese Cracker hergestellt.
Auf dem Weg zurück zu den Booten hielten wir an einem Häuschen, in dem zwei ältere Frauen lebten.
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Tun erklärte uns, das diese Frauen Schwestern sind. Sie mahlen Reismehl und verarbeiten das Mehl dann weiter. Die Arbeit des Zermahlens ist ganz schön anstrengend, wie wir am eigenen Leib erfahren konnten. Doch für die Frauen schien das kein Problem zu sein. Die ältere von beiden war mit so einer Energie dabei, das es einfach herrlich war, ihr dabei zuzuschauen.
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Wieder im Boot fuhren wir weiter zu dem Teakholzkloster Nga Phe Chaung, das auch als Kloster der Springenden Katzen bekannt ist.
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Das Kloster ist ganz aus Teakholz errichtet und sehr schön aufgebaut. Früher haben die Mönche den Katzen hier Kunststücke beigebracht und sie durch kleine Reifen springen lassen. Doch nachdem ein Fernsehteam darüber berichtet hat und man die Mönche als Tierquäler hingestellt hatte, hat der Abt des Klosters diese Art der Unterhaltung verboten.
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Nach dem Besuch des Klosters fuhren wir über den See weiter zu einem Dorf, in dem unter anderem Zigaretten hergestellt wurden. Hier genossen wir eine Vorführung und probierten anschließend diese speziellen, mit Sternanis versetzten Zigaretten. Die schmeckten wirklich lecker!
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Aber keine Angst, wir haben uns jetzt nicht das Rauchen angewöhnt!
Dann präsentiert uns Tun eine kleine Überraschung. Wir sollen das Dorf mal aus der Perspektive der Bewohner kennenlernen und mit dem kleinen Ruderboot durch die Kanäle schippern. Gesagt getan. Jeder von uns bekam einen einheimischen Ruderer zugewiesen.
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Bis auf Sibylles Boot hatten wir alle Frauen in den Booten und begannen zu rudern. In der Mittagssonne war das ganze sehr schweißtreibend, aber auch sehr schön. Wieder sahen wir viele Einheimische, vor allem Kinder, die uns ganz begeistert zuwinkten und zuriefen. Sie freuten uns sehr, uns zu sehen.
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Nach dieser Einlage ging es dann in ein schönes Restaurant zum Mittag. Das Restaurant war auch direkt auf dem See und wir hatten einen super Blick auf das Wasser und das Geschehen am See.
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Es war einfach herrlich, bei diesem tollen Wetter alles mitanzusehen.
Das Essen war wie immer sehr lecker. Wir genossen die Küche Myanmars, Thailands und Chinas. Denn meist findet sich auf den Speisekarten diesen Landes eine Mischung aus allen drei Ländern.
Nach dem Essen sind wir dann noch durch ein Wasserdorf gefahren und haben uns alles angeschaut. Gelandet sind wir dann am Ende dieser Tour bei einer Weberrei, wo wir ganz genau sehen konnten, wie die Einheimischen hier aus Seide und den Lotusfäden ganz besondere Schals, Hosen und Hemden herstellten.
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Natürlich durfte dann auch ein kleiner Einkauf nicht fehlen.
Bei Sonnenuntergang sind wir dann zurückgefahren und konnten die wunderschön rot angestrahlten Berge genießen.

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