27.11.2014 – Tulum

Wir hatten uns den Wecker für viertel vor 6 gestellt, um den Sonnenaufgang zu genießen. Doch als wir aufstanden und zum Strand gingen, da sahen wir schon von weitem die dichte Wolkendecke. Einen Sonnenaufgang würden wir wohl heute nicht zu sehen bekommen. Wir trafen auf Michael am Strand, der nicht schlafen konnte. Er war seit 2 Uhr wach, wie er uns berichtete. Er hatte uns zu Anfang der Reise schon erzählt, dass er unter Schlafproblemen leidet und oftmals nur 2-3 Stunden in der Nacht schläft. Wir wechselten ein paar Worte, dann ging er weiter auf der Anlage spazieren. Wir harrten aus und beobachteten den Horizont. Die Sonne schaffte es noch nicht, die Wolken zu vertreiben. Sie gab sich Mühe, aber sie war noch zu schwach. Um viertel nach sechs gingen wir wieder uns Zimmer und legten und noch wieder etwas schlafen. Ich stellte meinen Wecker auf 7 Uhr. Sibylle war fast sofort eingeschlafen, ich brauchte etwas. Aber ich mußte auch geschlafen haben, denn als mit einem Mal der Wecker wieder klingelte, war ich erst etwas verwirrt.
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Aber dann wußte ich, was los war. Ich wollte ja noch Bilder für den Blog hochladen. Also zog ich mich an und schnappte mir das Netbook. So bewaffnet ging ich zum Restaurant und setzte mich nach draußen an den Pool. Im Innenbereich wurde gerade das Frühstück vorbereitet. Um kurz nach 7 war die Qualität der Internetverbindung wirklich gut. Innerhalb weniger Minuten waren die Bilder hochgeladen und der Text auf den neuesten Stand gebracht.

Mittlerweile lösten sich auch die Wolken etwas auf. Es war aber sehr windig und am Strand hingen noch die roten Fahnen. Ich ging wieder zurück ins Zimmer und weckte Sibylle. Wir machten uns fertig und gingen dann zu um 8 Uhr zum Restaurant, um zu frühstücken. Da wir heute zeitig loswollten, kamen die anderen 4 auch recht kurz nach uns. Irmi und Wolfgang kamen auch und wir setzten uns heute mal wieder an eine größere Tafel. Die letzten Tage hatte es leider immer getrennte Tische gegeben. Leider war es draußen zu windig, um im freien zu sitzen.

Am Buffett war es heute noch chaotischer als gestern. Der Koch schaffte es nicht, die Rühr- und Spiegeleier richtig zu machen. Immer wieder hatten Gäste etwas daran auszusetzen. Es waren heute morgen auch sehr viel mehr Menschen im Restaurant als gestern. Der Kaffee war auch ständig alle und mußte neu geordert werden.

Wir versuchten, zügig das Frühstück zu uns zu nehmen, so dass wir um halb 10 aufbrechen konnten um nach Akumal zu fahren. Linda hatte bei den anderen aus der Reisegruppe noch gefragt, ob sie nicht auch Lust hätten, mit nach Akumal zu kommen. Als einzige hatte Maru Lust gehabt, mitzukommen. So waren wir dann sieben Personen, die nach Akumal fahren würden.

Der Security Mann vom Hotel hatte uns zwei Taxis besorgt, die uns für 300 Pesos pro Taxi nach Akumal bringen würden. Schnell waren wir auf die zwei Taxis verteilt, dann ging es auch schon los.

Die Fahrt nach Akumal dauerte etwas mehr als 30 Minuten. Unser Taxifahrer, in dem Maru, Sibylle und ich saßen, kannte die richtige Autobahnabfahrt und steuerte an der langgezogenen Promenade gleich auf einen größeren Tauchladen zu. Hier gab es auch einen großen Parkplatz, auf dem auf uns warten würde. Das zweite Taxi kam etwa 10 Minuten später. Der Fahrer kannte die richtige Ausfahrt nicht und hatte sich dreimal verfahren. Ständig mußte er nach dem Weg fragen, doch letztlich hatte er es ja auch noch gefunden.

Wir gingen in den Tauchladen und buchten eine Tour mit Guide, da wir sonst nur innerhalb der markierten Zone hätten schnorcheln dürfen. Zuerst waren wir etwas uneins, ob das notwenig ist und wir uns das Geld nicht lieber sparen sollten. Doch es stellte sich später heraus, dass es die richtige Entscheidung gewesen war.

Draußen vor dem Geschäft nahmen wir unsere Ausrüstung entgegen, dann tapsten wir zum nahen Strand und gingen mit unserem Guide, dessen Namen ich leider vergessen habe, ins Wasser. Es war noch ein zweiter Guide dabei, der dafür sorgen sollte, uns auf dem Schnorchelgang zu fotografieren.

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Die ersten paar Minuten hielten wir uns im flachen Wasser auf und probierten die Masken auf. Es wurde etwas hin und her gewechselt, bis alle Masken einigermaßen passten. Der zweite Guide machte unterdessen ein paar Fotos von uns. Wir waren alle gut gelaunt und freuten uns auf die Begegnung mit vielen Schildkröten. Es sollte hier ja vor Schildkröten wimmeln. Dann ging es auch schon in die Horizontale und wir folgten dem Guide ins tiefere Wasser. Es verging eine gute Viertelstunde, in der wir nichts sahen außer trübem Karibikwasser. Doch plötzlich durchbrach ein leiser Schrei die gebannte Stille. Der Guide, gut zu erkennen an dem weißen Rettungsring, den er zu unserer Sicherheit mit sich führte, wies auf die erste Schildkröte unter uns.
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Ich war froh, die GoPro dabei zu haben. Ohne meine Brille konnte ich nicht alles klar erkennen, aber ich hielt die GoPro einfach in die Richtung der Schildkröte und hoffte, ein paar gute Sequenzen zu bekommen. Nach kurzer Zeit ermahnte uns der Guide, weiter zu schwimmen, denn auch die anderen Gruppen wollten „unsere“ Schildkröte sehen. Also folgten wir dem Guide noch ein Stück weiter in die Bucht hinaus.

Wir schnorchelten im angenehm warmen Wasser, die Augen immer gen Meeresboden gerichtet und darauf bedacht, die Füße unseres Guide nicht aus den Augen zu verlieren. Der Kopf drehte sich und suchte den Boden ab, ab und zu tauchten ein paar schöne bunte Fische vor uns auf, einmal kreuzte sogar ein ganzer Schwarm von Fischen unsere Richtung. Unter uns tauchte ein kleines Riff auf und wir dachten daran, nichts von diesem empfindlichen Stück Natur zu berühren. Sanft glitten wir über das Riff und suchten die nächste Schildkröte.
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Bald ergab sich die nächste Gelegenheit zur Beobachtung. Dieses Mal war es sogar eine richtig große Schildkröte. Sie lag am Boden und wurde von der leichten Strömung etwas hin und her geschoben. Ihr brauner Panzer schimmerte, der Kopf war gesenkt und sie fraß etwas Seegras. Als sie uns bemerkte, lies sie davon ab, bewegte zweimal kräftig die vorderen Füße und hatte schnell etliche Meter zwischen sich und uns gebracht. Eleganz steuerte sie auf die Wasseroberfläche zu und kam dabei Sibylle sehr nah.
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Sie hätte sie sogar berühren können, doch das war uns verboten worden. Nach einem kurzen Luft holen tauchte die Schildkröte wieder ab. Leider war es uns nicht erlaubt, auch abzutauchen, so dass wir sie ziehen lassen mussten. Es hatte mich aber in den Fingern gejuckt, ihr hinterher zu schwimmen.
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Dann überwanden wir den gesicherten Bereich und schwammen etwas weiter hinaus. Und wieder sahen wir Schildkröten. Insgesamt sahen wir an diesem Nachmittag 8 bis 10 Schildkröten.
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Kurz vor Ende des Schnorchelausflugs sahen wir sogar zwei Schildkröten, die ihren Weg kreuzten. Wo sollten wir zuerst hinschauen? Wem sollten wir folgen? Eigentlich wollten wir uns gar nicht trennen von diesen possierlichen Tieren, die wir auf Galapagos so lieben gelernt hatten. Damals war es noch ein wahnsinnig aufregendes Erlebnis gewesen, diesen Relikten der Urzeit zu begegnen und in die kleinen schwarzen Augen zu blicken. Aber auch heute war es immer noch sehr aufregend und schön. Jammerschade, dass unser Guide zum Aufbruch mahnte. Ich schaute auf die Uhr: wir waren schon über eine Stunde im Wasser! Die Zeit war wie im Flug vergangen!
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Wir hatten bereits den Strand erreich und wollten aus dem Wasser und Richtung Tauchbasis gehen, da bemerkten wir, das Kerstin, Jörg und Maru noch im Wasser waren. Sie suchten etwas. Wir fragten die drei, was sie denn suchten und Jörg rief ganz aufgeregt: „Meine Kamera“! So ein Mist, wenn die Kamera weg wäre, das wäre wirklich blöd! Er hatte so viele Fotos in diesem Urlaub gemacht und wenn man dann kurz vor Schluß die Kamera verliert, dann ist das eine echte Katastrophe!

Unser Guide ging zurück ins Wasser, bückte sich einmal und fischte die Kamera aus dem Wasser! Er hatte Adleraugen! Die Welt war wieder in Ordnung!

Nachdem wir geduscht und wieder angezogen waren, ging es zurück nach Tulum und in unser Hotel. Danach ging es direkt an den Strand, der heute sehr viel voller war als noch gestern. Hatten wir gestern noch die freie Auswahl an Liegen, so mußten wir heute richtig suchen, um Liegen in ausreichender Anzahl zu bekommen, die nebeneinander lagen.
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Wir entspannten ein bißchen, genossen das Karibische Meer und die Sonne am Himmel. Das Meer war sehr unruhig, die Wellen schlugen immer wieder gegen den Strand. Die Rote Fahne hing immer noch, es gab also keinen Aufpasser am Strand.
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Trotzdem gingen wir ins Wasser, aber nur soweit, wie wir sicher waren, dass uns die zurückfliessenden Wellen nicht weiter hinauszogen. Die Wellen hatten wirklich Kraft! Aber es machte einen riesen Spaß, im Wasser zu baden und sich von den Wellen überrollen zu lassen. Nachdem Linda und ich schon wieder längst draußen waren, blieben Sibylle und Sebastian noch gut 40 Minuten im Wasser und genossen die Wellen.
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Erst als die Sonne langsam an Kraft verlor und die Menschen den Strand verliessen, um sich allmälich auf das Abendessen vorzubereiten, kamen die beiden aus dem Wasser.

Es ging dann zurück aufs Zimmer und wir duschten. Anschließend wurden die Koffer vorgepackt und dann gingen wir später wieder ins Restaurant zum Abendessen. Es war unser letzter Abend in Tulum uns es war wieder ein sehr netter Abend mit leckerem Essen und Corona. Wir hätten gerne auch Cocktails getrunken, aber irgendwie, waren die nicht in der Lage leckere Cocktails zu mixen. Dieses hatten wir am ersten Abend ja getestet. Also blieben wir lieber bei Bier.

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