8.2.2026: Ein Tag in Cahuita

Nachdem wir gestern Abend relativ früh schlafen gegangen sind, waren wir heute dafür umso früher auf den Beinen. Um 7 Uhr hat uns unser Gastgeber Gianluca das Frühstück vorbeigebracht und wir haben zu einem sehr entspannten Meeresrauschen sehr lecker gefrühstückt. Es war total entschleunigend.

Um 8 Uhr wurden wir von unserem Tourguide Alejandro abgeholt und sind aufgebrochen zur Schokoladentour. Die Fahrt ins Gebiet der Bri Bri dauerte rund 30 Minuten und unterwegs erfuhren wir eine ganze Menge über das Naturvolk der Bribri. Es gibt 8 Stämme, die teilweise gar nicht mehr der Ursprache mächtig sind. 2 Völker haben die eigene Sprache komplett verlernt und können nur noch Spanisch sprechen. Aber es gibt inzwischen in den Bribri Dörfern auch eigene Schulen und Universitäten, in denen die Sprache wieder gelehrt wird, damit sie nicht ganz verloren geht.

Alejandro hat uns in das kleine Dorf geführt und uns zunächst die Kakaopflanze gezeigt, es befinden sich Blüte und Frucht gleichzeitig am Baum. Eine Blüte benötigt etwa 6 Monate, um zur fertigen Frucht zu reifen. Wir wurden dann in eine Holzhütte geführt, wo wir selber den Kakao herstellen durften. Zunächst wurden die fermentierten Bohnen in einem kleinen offenen Topf über einer Flamme geröstet und dabei immer wieder umgerührt, wie Pinienkerne in einer Pfanne. Während des Röstens gaben die Kakaobohnen klackende Geräusche von sich. Anschließend wurden die Bohnen dann mit einem großen und sehr schweren Stein gemahlen.

Ähnliches hatten wir schon in Afrika gesehen, als die Einheimischen Mehl hergestellt haben. Nach dem Mahlen wurden die kleinen Teile dann in eine Art Fleischwolf gepackt und der pure Kakao herausgepresst. Die Masse ähnelte dann Nutella, allerdings bestand diese Kakaomasse ja zu 100% aus Kakao. Den Kakao haben wir dann probiert, einmal pur, was sehr bitter war, und einmal in einer Art Sandwich in gegrillter Banane. Die Masse wurde dann mit heißem Wasser vermischt und zum Schluss etwas gesüßt. Das war sehr lecker!

Dann sind wir weiter durchs Dorf geführt worden und haben von einer Bribri Frau ein paar klassische Jagdwerkzeuge gezeigt bekommen, sowie ein paar Bribri Worte gelernt. Anschließend ging es weiter durch das Dorf und Alejandro hat uns die sehr stabilen Baumfasern gezeigt, einen Baum der wandert und die zeremonielle Hütte der Bribri. Wir haben so also auch einen kleinen Einblick in die Religion der Bribri bekommen, die sehr ähnlich ist zu den anderen Naturvölkern, die wir auf unseren Reisen schon kennengelernt haben.

Anschließend gab es eine Überraschung. Alejandro führte uns zu einem gemauerten Pool mit ein paar Pflanzen darin. Bei näherem Hinschauen sahen wir winzige rote Frösche und zwei grüne Frösche. Alle Arten sind extrem giftig und dürfen nicht berührt werden. 

Dann gab es Mittagessen. Ganz einfach in einem Bananenblatt eingewickelt gab es Hühnchen, Reis, eine Art Kartoffel und Kochbanane. 

Nach dem Essen fuhren wir dann weiter zu einem kleinen Wasserfall. Wir haben zunächst eine frisch geöffnete Kokosnuss getrunken und sind dann 5 Minuten zum Wasserfall gegangen. Dort haben wir sogar ein kleines Bad genommen. Das Wasser war zwar nicht sehr warm, aber ein tolle Erfrischung. 

Nach dem Wasserfall fuhren wir zurück zu unserer Unterkunft, duschten und dann fuhren wir nach Hone Creek zurück, um zu tanken. Tankstellen sind hier nicht so an jeder Ecke zu finden wie in Deutschland und man nutzt besser jede Gelegenheit.

Auf dem Rückweg vom Tanken haben wir in Cahuita gehalten, weil wir uns den Eingang des Nationalparks anschauen wollten. Dort erfuhren wir, dass der Park sogar noch 1 1/2 Stunden offen hat. Also buchten wir spontan eine Tour mit einem lokalen Guide. Der Park hat leider zur Zeit nur einen Pfad für die Öffentlichkeit und dieser führte direkt parallel zum Strand. Doch auf diesem Weg sahen wir sehr viele Tiere. Wir hatten bereits außerhalb des Parks einen großen orangefarbenden Leguan im Baum sitzen sehen und für einen kurzen Moment zwei kleine Tucane. Im Park sahen wir dann dank der scharfen Augen unseres Guides viele Faultiere in den Bäumen, einige Leguane, Kapuzineräffchen und zwei Schlangen, die Yellow Viper und die Eyelash Viper.

Durch das Teleskop, welches der Guide mit sich führte, konnten wir die Tiere auch immer sehr nah sehen. Auf dem Weg zum Ausgang sahen wir dann noch die Hermit Crab, die sich wie ein Stein tarnte und unseren Weg kreuzte.

Nach der Tour sind wir dann noch kurz durch den Ort gegangen und haben auf dem Rückweg in einer Bar am Playa Blanca gehalten und etwas getrunken. Dabei haben wir ein Faultier und sein Junges beobachtet, das über dem Strohdach eines der Sitzplätze an einem Ast hing.

Als es dann langsam dunkel wurde, haben wir unser Auto vom bewachten Parkplatz geholt und und sind zurück zur Unterkunft gefahren. Zum Abendessen sind wir dann wieder in das nahe Restaurant Banana gegangen und haben wieder sehr lecker gegessen und dem Kellner eine Freude gemacht, weil wir nur Spanisch mit ihm gesprochen haben.

2 Kommentare

  • Andreas sagt:

    Tolle Bilder… ihr habt schon viele Tiere zu Gesicht bekommen – super ! Weiterhin viel Spaß ☺️

  • Martina sagt:

    Buenas ihr Lieben, sieht ja alles schon toll aus! Da kann ich zur Fauna noch ergänzen, dass es sich bei den roten Minifröschen um „Erdbeerfröschen“ handelt 😊. LG und viel Spaß weiterhin!

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