{"id":610,"date":"2011-10-27T12:41:22","date_gmt":"2011-10-27T10:41:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/?p=610"},"modified":"2021-03-06T22:03:43","modified_gmt":"2021-03-06T20:03:43","slug":"27-10-2011-von-yongding-nach-longyan","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/?p=610","title":{"rendered":"27.10.2011 &#8211; Von Yongding nach Longyan"},"content":{"rendered":"<p>Heute liegen wieder 3 Stunden Busfahrt vor uns. Das Tagesprogramm wird gegen Ende der Reise, welches ja unaufhaltsam immer n\u00e4her kommt, auch immer k\u00fcrzer. Heute steht ein altes, gut erhaltenes Dorf der Hakka auf dem Programm, in dem die H\u00e4user wieder ganz anders gebaut sind als gestern die runden Festungsh\u00e4user. Die Hakka hei\u00dfen eigentlich Ko Ja. Sarah, die Auszubildende der \u00f6rtlichen Reiseagentur aus Xiamen, berichtet uns, dass sich der Name der Stadt Yongding auf die Ko Ja bezieht, aber irgendwie schafft sie es nicht, in ihrer \u00dcbersetzung diese Verbindung herzustellen. Ich werde dazu noch einmal Yuke befragen, wie sich das genau verh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Doch bevor wir diese Fahrt antreten, m\u00fcssen wir uns erst einmal st\u00e4rken. Gestern Abend hatten wir vor dem Zu-Bett-gehen noch einen kleinen Blick in den Speisesaal geworfen, der sich auf unserer Etage befand. Der Eindruck war sehr nett. Aber als wir dann heute morgen in den Speiseraum kommen, sieht das ganze schon anders aus. Es sitzen ein paar chinesische G\u00e4ste hier, nat\u00fcrlich wird auch wieder geraucht. Manchmal glaube ich, dass die chinesischen M\u00e4nner mit Zigarette auf die Welt kommen. Frauen haben ich noch nicht rauchen sehen. Yuke, unser Reiseleiter, hat fr\u00fcher auch geraucht, aber seit seiner Gicht 2008 raucht er nicht mehr.<\/p>\n<p>Wir versuchen einen Platz f\u00fcr 10 Personen zu bekommen, aber es gibt nur Tische f\u00fcr 7 Personen, also teilen wir uns auf. Wir Norderstedter sitzen an einem Tisch und die anderen an dem Tisch direkt daneben. Dann versuchen wir, etwas Essbares zu finden, das ist aber gar nicht so einfach. Es gibt weder M\u00fcsli noch vern\u00fcnftiges Obst, lediglich eine reiche Auswahl an chinesischen Leckereien. Ein paar aus der Gruppe k\u00f6nnen sich morgens bereits auf die meist warm zubereiteten Speisen einlassen, doch wir Norddeutschen m\u00fcssen uns mit etwas Toast und dem Spiegelei begn\u00fcgen. Nicht einmal Butter oder Marmelade gibt es. Yuke kl\u00e4rt uns auf, dass in China \u201eKein Schwein Marmelade ist\u201c. Man merkt eben, dass diese Gegend noch nicht touristisch \u00fcberlaufen ist. Wir bef\u00fcrchten aber, dass bald schon der erste McDonalds Laden hier Einzug halten wird und dann auch die Amerikaner kommen werden, und sp\u00e4testens dann wird auch das Fr\u00fchst\u00fccksb\u00fcfett sich ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>So besteigen die meisten von uns dann mit leicht gef\u00fclltem Magen den Bus und machen es sich in den Sitzen bequem.<br \/>\nWir verlassen die Stadt Yongding und fahren wieder \u00fcber Land. Auch hier sieht das Land wieder sehr nach Vietnam aus. \u00dcberall sind Reisfelder zu sehen, zur Zeit wird wieder Reis geerntet. Wir sehen viele Bauern auf dem Land, meist aber nur Frauen mit den typischen Reish\u00fcten, die man eben aus Vietnam kennt. Die M\u00e4nner arbeiten als Wanderarbeiter in den Gro\u00dfst\u00e4dten.<\/p>\n<p>Unterwegs sehen wir viele Sch\u00fcler am Stra\u00dfenrand in ihren Schuluniformen marschieren. Yuke erkl\u00e4rt, dass dies eine Art Ausflug zum Gedenken an den Langen Marsch ist, bei dem die F\u00fchrungsspitze der Kommunistischen Partei Chinas innerhalb von 370 Tagen 12.500 km zur\u00fccklegte. F\u00fcr die Sch\u00fcler ist das scheinbar nur ein Ausflug, wie wir ihn in Westeuropa auch machen, wenn auch zu anderen Anl\u00e4ssen.<\/p>\n<p>Yuke erkl\u00e4rt, dass in dieser Provinz Yongding sehr viel Gem\u00fcse getrocknet wird, damit man es im Winter essen kann. Dann berichtet er wieder etwas mehr \u00fcber die Hakka, oder auch Ko Ja, wie sie im Original hei\u00dfen. Die Ko Ja gelten als die Juden Chinas, Sie gelten als sehr gesch\u00e4ftst\u00fcchtig und viele von ihnen sind reiche Gesch\u00e4ftsleute, die ihren Kinder eine gute Schulbildung aus ein Studium im Ausland erm\u00f6glichen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Heute berichtet Yuke wieder verschiedene kleine Episoden aus dem chinesischen Alltag. Auch wenn er nicht mit allem einverstanden ist, was in diesem Land passiert, so tut er doch sehr viel, uns diese Kultur n\u00e4her zu bringen. An einem kurzen Zwischenstopp gibt er uns die Gelegenheit, uns das Dreschen des Reis einmal aus n\u00e4chster N\u00e4he anzuschauen. Sibylle geht erst mit Michi und Rita auf die eine Seite des Feldes um die Arbeiterinnen direkt auf dem Feld bei der Reisernte zu fotografieren. Danach kommen die drei auf die andere Stra\u00dfenseite wo der Reis geerntet und sogleich gedroschen wurde. Die einheimischen Frauen staunen nicht schlecht, als wir mit einem Mal \u00fcber das Feld kommen und sie aus n\u00e4chster N\u00e4he fotografieren.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_0583.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-611\" alt=\"DSC_0583\" src=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_0583-300x200.jpg\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_0583-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_0583-280x187.jpg 280w, http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_0583.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Diane, Yukes Frau, kennt \u00fcberhaupt keine Hemmungen oder Ber\u00fchrungs\u00e4ngste. Sie bittet eine der Frauen, die Dreschmaschine einmal selber auszuprobieren. Dann ist das Eis gebrochen und auch Vera, Rita und Sibylle trauen sich an die Dreschmaschine.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_0598.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-612\" alt=\"DSC_0598\" src=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_0598-300x200.jpg\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_0598-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_0598-280x187.jpg 280w, http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_0598.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_0602.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-613\" alt=\"DSC_0602\" src=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_0602-300x200.jpg\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_0602-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_0602-280x187.jpg 280w, http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_0602.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Geschwindigkeit, mit der die Reisk\u00f6rner vom Strunk getrennt wurden, hatte zwar noch nicht ganz das hohe Tempo der Einheimischen, aber auch unsere Frauen waren nicht schlecht. Sibylle war auf jeden Fall total begeistert.<\/p>\n<p>Wieder im Bus erkl\u00e4rt Yuke uns, dass der Norden Chinas als Nudelchina bezeichnet wird, der S\u00fcden als Reischina.<\/p>\n<p>Gegen 11 Uhr 30 erreichen wir das Dorf Peitian. Vom Eingang des Dorfs m\u00fcssen wir noch 7 km fahren, bis wir das eigentlich Ziel erreicht haben, das historische Hakka oder Ko Ja Dorf.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_0633.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-614\" alt=\"DSC_0633\" src=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_0633-300x200.jpg\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_0633-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_0633-280x187.jpg 280w, http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_0633.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Am Eingang des urspr\u00fcnglichen Dorfs findet sich als Erstes ein Grabstein. Dessen Bedeutung erkl\u00e4rt uns Yuke, denn wir k\u00f6nnen leider nicht lesen, was auf dem Stein steht. Grabanlagen sind sehr wichtig f\u00fcr Chinesen, sie werden immer nach den Regeln des Feng Shui ausgerichtet. Je besser die Grabanlage der eigenen Verwandten nach Feng Shui ausgerichtet ist, desto besser ist dies f\u00fcr das eigene Schicksal.<\/p>\n<p>Mit Hilfe einer jungen einheimischen Frau, die aber des Hochchinesischen m\u00e4chtig ist, begehen wir das Dorf. Die Sprache der Bewohner dieser Provinz ist wieder ganz anders als in der letzten Stadt, selbst unser chinesischer Reiseleiter und auch Yuke verstehen diesen Dialekt nicht. Wir sind also froh, dass wir jemanden haben, der beide Sprachen spricht.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_0683.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-615\" alt=\"DSC_0683\" src=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_0683-200x300.jpg\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_0683-200x300.jpg 200w, http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_0683-280x418.jpg 280w, http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_0683.jpg 428w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wir besichtigen als erstes ein Haus, das dem reichsten Mann dieses Dorfes geh\u00f6rt. Es umfasst 6.900 Quadratmeter und bietet Platz f\u00fcr 100 Personen, erbaut wurde es von 1884 bis 1895. In diesem Haus sind 9 gro\u00dfe Hallen und 18 weitere Zimmer zu finden. Viele der M\u00f6bel hier sind uralt und wahrscheinlich auch sehr wertvoll. Die Menschen in diesem Dorf und speziell diesem Haus leben immer zusammen, eine echte Privatsph\u00e4re scheint es nicht zu geben. Das Leben spielt sich in den Hallen und H\u00f6fen ab.<\/p>\n<p>Wir schlendern durch die Hallen und Zimmer des Hauses, sehen die \u00f6rtliche Volkshochschule und den 600 Jahre alten Ahnentempel des Dorfes. Es ist ein sehr interessanter Besuch, aber die Sonne brennt uns auf die K\u00f6pfe und wir alle haben einen gro\u00dfen Hunger.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_0688.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-616\" alt=\"DSC_0688\" src=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_0688-300x200.jpg\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_0688-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_0688-280x187.jpg 280w, http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_0688.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Gegen 13 Uhr geht es zum Mittagessen im Dorf. Es ist unglaublich, was die Menschen hier f\u00fcr uns auftischen. So eine gro\u00dfe Auswahl an leckeren Speisen haben wir nicht erwartet. Die Einheimischen m\u00fcssen wahrscheinlich mit viel weniger Vorlieb nehmen. Die Gerichte sind wieder ziemlich fettig und bestehen zumeist aus Huhn, Ente und Gem\u00fcse. Suppen gibt es heute zwei, die sehr lecker schmecken, und der gew\u00fcrzte Bambus ist auch sehr lecker.<\/p>\n<p>Nach dem Essen geht es wieder in den Bus und wir fahren zur n\u00e4chsten Stadt, Longyan. Doch erst einmal fallen nach dem Essen alle in einen wohligen Verdauungsschlaf.<\/p>\n<p>1 Stunde sp\u00e4ter wachen wir so langsam wieder auf. Auch Yuke hat sich etwas erholt und seltsamerweise wachen wir alle relativ gleichzeitig auf. Und wir sind auch schon kurz vor dem Ziel, so dass Yuke wieder erkl\u00e4ren kann. Der Name Longyan bedeutet Drachenfelsen. Es ist ein passender Name f\u00fcr eine Stadt, die sich in den letzten 15 Jahren extrem entwickelt hat. Es gibt vier Drachenfarben, die diese Stadt auszeichnen. Jede Farbe steht f\u00fcr eine Industrie, die sich in dieser Stadt besonders verbreitet hat. Zum einen Gold f\u00fcr die Goldindustrie, dann Schwarz f\u00fcr den Kohlebergbau, Gr\u00fcn f\u00fcr die Waldwirtschaft und Grau f\u00fcr die Zementwirtschaft. Zur Waldwirtschaft ist zu erg\u00e4nzen, dass 70% der Innenstadt begr\u00fcnt sind. Das ist au\u00dfergew\u00f6hnlich f\u00fcr eine chinesische Stadt. Ich bin gespannt, ob wir das \u00fcberpr\u00fcfen k\u00f6nnen.<br \/>\nYuke sieht ein Werbeplakat, als wir die Autobahn verlassen. Auf diesem Plakat ist ein chinesischer Basketballer abgebildet. Das erinnert ihn daran, dass sich die Stadt Longyan auch dadurch hervorhebt, dass aus ihr alle chinesischen Goldmedaillengewinner der letzten Olympiade kommen. Das ist wirklich eine seltsame Sache!<\/p>\n<p>Wir steigen heute im Best Western Hotel ab. Als wir die Zimmer betreten fallen wir fast in Ohnmacht, denn mit solche einem gro\u00dfen und komfortablen Zimmer h\u00e4tten wir nicht gerechnet.<br \/>\nDie Betten sind gr\u00f6\u00dfer und weicher als in den bisherigen Hotels, der ganze Schlaf- und Wohnraum ist riesig, die Inneneinrichtung wirkt noch sehr neu und die Ger\u00e4te scheinen unbenutzt zu sein. Das Badezimmer ist auch sehr gro\u00df und alles ist aus Glas. Die Dusche ist ebenerdig und mit einer Regendusche best\u00fcckt. Die Toilette ist witzigerweise ebenfalls in einer Glaskabine innerhalb des Badezimmers. Der Spiegel ist riesengro\u00df. Alles macht einen sehr feudalen Eindruck.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend ich meine Aufzeichnungen der letzten zwei Tage in das Reiseblog tippe, macht Sibylle ein kleines Nickerchen. Das ist kein Wunder, denn die W\u00e4rme und das Ruckeln im Bus machen einen schl\u00e4frig.<\/p>\n<p>Gegen viertel vor 6 holen uns Martina und Michi ab, wir gehen gemeinsam zu Yukes und Dianes Zimmer, wo er wieder eine Teezeremonie abhalten will. Die anderen sind schon da. Auch unser chinesischer Reiseleiter, den au\u00dfer Yuke, Diane uns Sarah leider keiner versteht, ist mit von der Partie. Wir setzen uns auf die vorhandenen Pl\u00e4tze und warten gespannt darauf, dass Yuke wieder mit seiner Zeremonie beginnt. Doch dieses Mal gibt Yuke den Platz am Teebrett an seinen jungen Kollegen weiter, den er als echten Tee-Experten bezeichnet.<\/p>\n<p>Der nimmt, sichtlich nerv\u00f6s, Platz und beginnt mit den Vorbereitungen. Er w\u00e4rmt die Tassen erst einmal im hei\u00dfen Wasser, dann sch\u00fcttet er etwas Tee in das Sieb und gie\u00dft hei\u00dfes Wasser hinzu, sch\u00fcttet aber den gesamten ersten Aufguss weg. Erst den zweiten Aufguss serviert er uns. Seine H\u00e4nde zittern dabei leicht. Tags\u00fcber merkt man davon nicht, doch jetzt im privaten Kreis ist es f\u00fcr ihn eine ganz ungewohnte Situation.<\/p>\n<p>Aber er macht seine Sache sehr professionell, Yuke hat gesagt, dass der junge Kollege nicht ohne Tee leben kann, wie alle Menschen, die aus dieser Provinz Fujian kommen. Langsam glauben wir diese Beschreibung.<\/p>\n<p>Der Tee, den er uns serviert, hat er selber mitgebracht. Es ist sein Lieblingstee, den er immer dabei hat. Er schmeckt wirklich sehr sch\u00f6n weich und lecker, ein sch\u00f6ner Olong Tee. Nach dem siebten Aufguss z\u00fcckt Yuke eine Schachtel und holt etwas Tee hervor, ebenfalls Olong Tee, aber aus einer anderen Region. Er bittet den jungen Kollegen, auch davon zu probieren und zu urteilen, welche Qualit\u00e4t sein Tee hat. Alle sind gespannt. Aber der Kollege attestiert Yukes Tee ebenfalls eine gute Qualit\u00e4t, nur eben etwas strenger und kr\u00e4ftiger.<\/p>\n<p>Nach dem Tee geht es zum Essen in ein Restaurant. Das Restaurant befindet sich im zweiten Stock eines Hotels, das offenbar zur gleichen Kette geh\u00f6rt, wie das Hotel, in dem wir untergebracht sind, denn die Inneneinrichtung und besonders das Design der Eingangshalle gleicht sich fast perfekt.<\/p>\n<p>Das Essen in dieser Gegend ist sehr verschieden von Tibet oder der Szechuan K\u00fcche, wo mit sehr viel Fleisch gekocht wird. Hier gibt es mehr Gem\u00fcse und vegetarische Tofu Gerichte, die nicht jedermanns Sache sind. Doch insgesamt ist das Essen recht lecker. Der Tofu ist gut gew\u00fcrzt und die Suppen sind auf jeden Fall sehr lecker. Es ist bewundernswert, wie Uwe keine Hemmungen hat, alles zu probieren, aber auch die anderen probieren viel. Heute finde ich eine ganze Menge leckerer Speisen, die meinen Magen s\u00e4ttigen. Wir hatten erst bef\u00fcrchtet, dass diese Reise eine Di\u00e4treise werden w\u00fcrde, doch bei zwei hei\u00dfen Mahlzeiten t\u00e4glich kann man davon wirklich nicht mehr sprechen.<\/p>\n<p>Nachdem wir fast alle Teller leer gemacht haben, geht es wieder mit dem Bus zur\u00fcck ins Hotel. Dort wird noch etwas Tagebuch geschrieben und die Koffer f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag grob vorbereitet, dann machen wir das Licht aus und sind wohl binnen weniger Minuten eingeschlafen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute liegen wieder 3 Stunden Busfahrt vor uns. Das Tagesprogramm wird gegen Ende der Reise, welches ja unaufhaltsam immer n\u00e4her kommt, auch immer k\u00fcrzer. 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