{"id":574,"date":"2011-10-22T12:22:49","date_gmt":"2011-10-22T10:22:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/?p=574"},"modified":"2021-03-06T22:03:43","modified_gmt":"2021-03-06T20:03:43","slug":"22-10-2011-von-shigatse-nach-chengdu","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/?p=574","title":{"rendered":"22.10.2011 &#8211; Von Shigatse nach Chengdu"},"content":{"rendered":"<p>Wir hatten eine gute Nacht, aber leider war sie fr\u00fch zu Ende. Gerne h\u00e4tten wir noch etwas weiter geschlafen, aber wir mu\u00dften bereits um kurz vor 6 aufstehen, da noch Koffer zu packen waren. Heute ging es nach Chengdu. Um dorthin zu gelangen, m\u00fcssen wir einen Flug von Lhasa aus nehmen, was bedeutete, dass wir von Shigatse erst einmal mit dem Bus nach Lhasa fahren mu\u00dften. Also hie\u00df es f\u00fcr die Deutsche Gruppe von Herrn Tang und Yuke, fr\u00fch aufzustehen.<br \/>\nDoch wir hatten ja keinen Erholungsurlaub gebucht, also schafften wir auch das fr\u00fche aufstehen und waren Punkt 7 unten im Fr\u00fchst\u00fccksraum, der gerade erst ge\u00f6ffnet wurde.<\/p>\n<p>Es war sehr kalt im Fr\u00fchst\u00fccksraum. Selbst die Angestellten des Hotels liefen in dicken Daunenjacken umher. Leider war es aber so fr\u00fch, dass noch nicht alles auf dem Buffet ausgebreitet war. Doch wir wurden auch so satt. An Hunger musste auf dieser Reise noch keiner leiden.<\/p>\n<p>Gegen 7 Uhr 35 verlassen wir das Hotel und wollen den Bus besteigen. Aber zun\u00e4chst sind wir \u00fcberrascht, wie neblig es ist. Selbst Yuke ist erstaunt, dass wir heute Nebel haben. Die Scheiben des Busses sind auch noch vollkommen beschlagen und m\u00fcssen erst einmal sauber gemacht werden, bevor wir losfahren k\u00f6nnen. Unser Busfahrer, dessen Namen wir noch immer nicht kennen, ist darin aber sehr versiert und hat den Bus innerhalb weniger Minuten fahrt\u00fcchtig gemacht und unser Gep\u00e4ck verstaut.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Bus sich langsam und vorsichtig durch die Stra\u00dfen Shigatses bewegt, erz\u00e4hlt uns Yuke, dass sich Tibet in den letzten 10 Jahren sehr ver\u00e4ndert hat. Das alte Tibet ist schon so gut wie verschwunden, man merkt dies am deutlichsten daran, dass es kaum noch Hunde in den Kl\u00f6stern und auf den Stra\u00dfen der St\u00e4dte gibt und auch daran, dass kaum noch Pilger auf den Stra\u00dfen unterwegs sind, die sich im Gebet zu Boden werfen.<\/p>\n<p>Wir haben heute 260 Kilometer zu fahren, was angesichts der dicken Suppe drau\u00dfen ein schwieriges Unterfangen werden k\u00f6nnte. Die Sichtweite betr\u00e4gt nur knappe 13 Meter. Man sieht keine Stra\u00dfen und von der Umgebung ganz zu schweigen. Es ist ein Wunder, dass der Busfahrer den Weg findet. Auch nach einer Stunde Fahrt ist der Nebel unver\u00e4ndert dicht. Der Fahrer muss sehr vorsichtig fahren. Die Scheiben sind auch von innen beschlagen. Unser Fahrer kann kaum etwas sehen. Wir k\u00f6nnen uns nur wundern und sind auch ziemlich erschrocken dar\u00fcber, wie riskant die anderen Autos unterwegs sind und welche \u00dcberholman\u00f6ver hier selbst bei diesem Wetter und un\u00fcbersichtlicher Stra\u00dfe gefahren werden.<\/p>\n<p>Ein riskantes \u00dcberholman\u00f6ver unserer Busfahrers sorgt beinahe daf\u00fcr, dass wir im Graben landen, doch gerade eben noch zieht er seinen \u00dcberholversuch zur\u00fcck und schert wieder hinter einem langsame Lkw ein.<br \/>\nHerr Tang versucht uns w\u00e4hrenddessen die tibetischen Feste etwas n\u00e4her zu bringen.<br \/>\nGegen 9 Uhr hat die Sonne endlich gen\u00fcgend Kraft und schiebt sich \u00fcber die Berge, mit ihren warmen Herbststrahlen vertreibt sie den Nebel und wir erkennen, dass wir durch ein wundersch\u00f6nes Tal fahren. Am Horizont haben die Berge alle eine wei\u00dfe M\u00fctze aufgesetzt bekommen. \u00dcber Nacht scheint etwas Neuschnee gefallen zu sein.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9551.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-575\" alt=\"DSC_9551\" src=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9551-300x200.jpg\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9551-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9551-280x187.jpg 280w, http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9551.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Herr Tang berichtet uns vom Fest zur Freilassung gefangener Tiere.<br \/>\nWir fahren durch einige Schluchten, unter anderem die Kleine Bramaputra Schlucht. Unterwegs sehen wir viele Br\u00fccken- und Tunnelbauten f\u00fcr eine neue Eisenbahn, die nach Zedang f\u00fchren soll.<br \/>\nWir sehen kurz nun doch ein paar Pilger, die auf der Stra\u00dfe in dieser Schlucht unterwegs sind und sich direkt neben den nicht eben langsam fahrenden Autos zu Boden werfen und ihre Gebete sprechen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9553.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-576\" alt=\"DSC_9553\" src=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9553-300x200.jpg\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9553-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9553-280x187.jpg 280w, http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9553.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Schlucht haben wir bereits hinter uns gelassen und sind nun wieder auf staubiger Landstra\u00dfe unterwegs, als Herr Tang wieder zum Mikrofon greift und und das n\u00e4chste tibetische Fest etwas n\u00e4her bringen will, n\u00e4mlich das Badefest, welches eine 900 Jahre alte Tradition hat.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9576.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-577\" alt=\"DSC_9576\" src=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9576-300x200.jpg\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9576-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9576-280x187.jpg 280w, http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9576.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Irgendwie wirken diese Erkl\u00e4rungen etwas einschl\u00e4fernd, kaum einer h\u00f6rt richtig zu. Doch pl\u00f6tzlich sind alle wach, als n\u00e4mlich mitten auf unserer Spur ein Landrover uns entgegenkommt und nicht auf seine Spur zur\u00fcck will. Der Busfahrer versucht nach rechts auszuweichen, doch da ist auch nicht viel Platz. Pl\u00f6tzlich zieht der Landrover nach links und zischt an unserem Bus vorbei. Dieser Fahrer war entweder lebensm\u00fcde oder betrunken. Eine andere Erkl\u00e4rung haben wir nicht.<br \/>\nAufgrund von Geschwindigkeitsbegrenzungen muss der Bus immer an bestimmten Polizeistationen halten und sich einen Zettel abholen, auf dem die Zeit vermerkt ist. Damit soll verhindert werden, dass die Autofahrer auf diesen langen einsamen Stra\u00dfen zu schnell fahren und Unf\u00e4lle verursachen.<\/p>\n<p>Gegen 12 Uhr essen wir zu Mittag in einem kleinen Restaurant gegen\u00fcber des Flughafens. Es gibt Szechuan K\u00fcche, die wieder sehr lecker ist. Nach dem Essen bereitet uns Yuke auf der Dachterrasse des Restaurants noch eine Teezeremonie zu, die wieder sehr sch\u00f6n ist. Herr Tang ist auch hierzu eingeladen, immerhin ist es der letzte Tag mit ihm, doch er ist zu sehr mit seinem Handy und der Organisation der n\u00e4chsten Gruppe besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p>Zeitig fahren wir dann, trotz zun\u00e4chst zugeparktem Bus, hin\u00fcber zum Flughafen, der wirklich nur 2 Minuten mit dem Auto entfernt ist. Wir verabschieden uns von Herrn Tang und dem Busfahrer und schnappen unsere Koffer und gehen in die Abfertigungshalle. Einchecken und Boarding ist sehr p\u00fcnktlich, einzig der Start verz\u00f6gert sich um ein paar Minuten. Vielleicht liegt das daran, das die Fluglinie, mit der wir nach Chengdu fliegen werden, erst seit dem 26. Juli diesen Jahres in Betrieb ist, n\u00e4mlich Tibet Airline. Es gibt bislang nur 3 Flugzeuge, alle vom Typ A319 die in Hamburg bei Airbus gefertigt werden.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9611.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-578\" alt=\"DSC_9611\" src=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9611-300x200.jpg\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9611-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9611-280x187.jpg 280w, http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9611.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Fluges ist das Personal an Bord super nett und zuvorkommend.<br \/>\nDas Flugzeug fliegt \u00fcber die Berge, wir sehen die Himalaya-Kette, schneebedeckt, einfach sensationell!<br \/>\nYuke hat extra Essen f\u00fcr uns bestellt, einen Obstteller, da wir heute Abend in Chengdu essen wollen.<\/p>\n<p>Beim Blick aus dem Fenster empfinden wir, dass es einfach ein Traum sein muss, diese Strecke \u00fcber die Berge fliegen zu d\u00fcrfen.<br \/>\nIch h\u00e4nge mit meiner Videokamera die meiste Zeit \u00fcber Franks Schoss und filme aus dem Fenster des A319 die Berge und Wolken, \u00fcber die wir hinweggleiten. Es ist irgendwie unwirklich. Vor allem als wir uns Chengdu n\u00e4hern, \u00e4ndert sich das Wetter. Wir fliegen unter einer Wolkenschicht und schauen auf die Gipfel von Bergen herab, die in einem Meer aus Watte versunken scheinen. Das diffuse Licht macht das ganze noch etwas mystischer.<\/p>\n<p>Auf der Anzeige im Flugzeug steht, das wir um 17 Uhr 57 landen sollen. Doch mit jeder verstreichenden Minute \u00e4ndert sich das. Aufgrund einer immens dichten Wolkendecke \u00fcber Chengdu dauert unser Landeanflug noch bis 18 Uhr 16, dann erst senkt sich der Flieger hinab und f\u00e4hrt das Fahrgestell aus. Gegen 18 Uhr 30 sind wir am Boden und in Parkposition. Es scheint mir fast, als haben die meisten Chinesen einen inneren Sensor eingepflanzt bekommen, denn noch bevor das Anschnallzeichen erlischt, geht ein maschinengewehrartiges Klicken durch den Flieger und signalisiert das L\u00f6sen der Anschnallgurte. Ein paar Sekunden sp\u00e4ter ert\u00f6nen auch schon die ersten Handy-Startmelodien und die Leute springen auf und \u00f6ffnen die Gep\u00e4ckboxen \u00fcber den Sitzen. Es wird laut in der Maschine, chinesisches Stimmengewirr und die wieder st\u00e4rker werdende L\u00fcftung des Flugzeugs verursachen einen L\u00e4rm, der einen nur schnell herauseilen m\u00f6chte. Die Chinesen dr\u00e4ngen von hinten schon an unserem Sitz vorbei. Von Ruhe und Geduld und vor allem etwas H\u00f6flichkeit beim Aussteigen scheinen sie nicht viel zu halten. Ich bin mir nicht sicher, ob es einfach nur ein Generationenproblem ist, denn die meisten der Passagiere hier sind relativ jung, oder ob es eine chinesisches Charakterstudie ist. Yuke w\u00fcrde wohl sagen, es ist letzteres, denn aufgrund der riesigen Bev\u00f6lkerung haben die Chinesen gelernt, sich mit den Ellenbogen Platz zu verschaffen und sie haben auch kein Problem damit, wenn sie ebenso behandelt werden.<\/p>\n<p>Sibylle schafft es, sich aus dem Sitz zu zw\u00e4ngen und vor zwei junge Chinesinnen zu schieben, die sich unbedingt von hinten vor uns dr\u00e4ngen wollten. Sie h\u00e4lt mir und Frank den Platz frei, so dass wir aus unseren Sitzen kriechen k\u00f6nnen. Frank \u00fcbernimmt dann ihren Platz, so dass unsere Mitreisenden von der gegen\u00fcberliegenden Sitzreihe ebenfalls unbeschadet aus den Sitzen kommen und wir gemeinsam das Flugzeug verlassen k\u00f6nnen, ohne von den Chinesen bedr\u00e4ngt zu werden. Leider gibt es auch hier wieder keinen Finger zum Terminal, so dass wir wieder mit dem Bus zum Flughafengeb\u00e4ude fahren m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Im Terminal am Gep\u00e4ckband zeigt sich die chinesische Mentalit\u00e4t noch einmal. Es ist sehr wuselig und wir m\u00fcssen uns ebenso mit den Ellenbogen und etwas forschem Auftreten Platz verschaffen, sonst w\u00fcrden unsere Koffer am Gep\u00e4ckband an uns vorbeigleiten. Nachdem wir alle unsere Koffer haben, geht es hinaus aus dem Flughafen. Wir werden in der Ankunftshalle schon von einem jungen Chinesen erwartet, der sogleich von Yuke begr\u00fc\u00dft wird. Er f\u00fchrt uns zu unserem Bus und l\u00e4sst uns einsteigen. Kaum haben wir den Flughafen verlassen, stellt er sich uns mit Namen Jilly vor.<\/p>\n<p>Jilly ist etwa 35-40 Jahre alt, hat sehr kurzrasierte Haare und tr\u00e4gt eine modische Brille. Jilly spricht perfektes Deutsch! Wir w\u00fcnschen uns, wenigstens ein drittel von dem Chinesisch zu k\u00f6nnen was er auf Deutsch sprechen und verstehen kann. Sp\u00e4ter erfahren wir von ihm, dass er in China Deutsch studiert hat und danach nach Deutschland gegangen ist, um dort BWL zu studieren.<\/p>\n<p>Aber erst einmal nutzt Jilly die Zeit der Fahrt zum Hotel damit, uns etwas mehr \u00fcber die Gegend Szechuan zu erz\u00e4hlen. Szechuan ist bekannt daf\u00fcr, dass die Menschen hier sehr scharfes Essen zu sich nehmen. Chili, Knoblauch, Ingwer und der ber\u00fchmte Szechuan Pfeffer, der eigentlich kein richtiger Pfeffer ist, geh\u00f6ren in jedes Essen. Wir haben in Tibet ja auch zwei Mal Essen genossen, das auf diese Art zubereitet war, und wir waren begeistert gewesen.<\/p>\n<p>Wir fahren \u00fcber die Autobahn und obwohl es schon dunkel geworden ist, k\u00f6nnen wir dank der vielen Leuchtreklame an den H\u00e4usern sehr gut erkennen, dass wir durch viele Neubaugebiete fahren. Dies nutzt Jilly, um uns etwas \u00fcber Chengdu zu erz\u00e4hlen. Die Innenstadt von Chengdu hat etwa 6 Millionen Einwohner. Die Menschen hier reden sehr laut, wie Jilly zugibt.<\/p>\n<p>Das Klima in Szechuan und speziell in Chengdu ist ein totaler Kontrast zu Tibet. Dort hatten wir um die 18 Prozent Luftfeuchtigkeit, hier 70 bis 80 Prozent.<\/p>\n<p>Ich wei\u00df nicht mehr wieso, aber irgendwie ist Jilly auf das Thema Eigentumswohnung gekommen. Er berichtet uns, das die Bewohner von Chengdu und auch in vielen anderen Gro\u00dfst\u00e4dten Chinas, schon in jungen Jahren Eigentumswohnungen kaufen. Dieser Kauf ist aber eigentlich nur ein Pachtvertrag, denn nach 70 Jahren erlischt der Kaufvertrag und muss verl\u00e4ngert werden. Durchschnittlich halten chinesische Geb\u00e4ude normalerweise nur ca. 35 Jahre, dann werden sie abgerissen und es wird neugebaut. Vom Kauf einer Wohnung bis zum endg\u00fcltigen Einzug kann sehr viel Zeit vergehen, denn zun\u00e4chst wird nur der Rohbau der Wohnung gekauft, die ganze Inneneinrichtung muss auch noch angespart werden.<\/p>\n<p>Heutige junge Chinesinnen sind sehr materialistisch veranlagt, zumindest wenn man Jilly glauben kann. F\u00fcr die jungen Frauen sind Statussymbole sehr wichtig. Ein Mann muss eine Eigentumswohnung haben, oder ein dickes Sparbuch und einen Autoschl\u00fcssel. Autoschl\u00fcssel ist sehr wichtig, nicht blo\u00df der Besitz des F\u00fchrerscheins. Doch ich mag nicht glauben, dass alle Chinesinnen so sind. Immerhin hat Jilly seine Frau auch bekommen, bevor er Eigentumswohnung hatte und ein Auto besitzt er ja auch nicht. \u00dcberhaupt ist Jilly ein kleiner Chauvinist, der damit kokettiert, eine Hauptfrau und einige Konkubinen zu besitzen. Wie viel davon wahr ist, k\u00f6nnen wir nicht beurteilen. Jilly berichtet ebenfalls, dass es f\u00fcr Reiseleiter zur Pflicht geh\u00f6rt, mindestens 1 Jahr in Tibet gearbeitet zu haben. So wie er das r\u00fcber bringt, klingt es f\u00fcr mich wie eine Strafe. Ich kann verstehen dass es hart ist, von seiner Familie getrennt zu sein, aber so wie er dar\u00fcber erz\u00e4hlt, ist es das Land Tibet was ihm nicht gef\u00e4llt.<\/p>\n<p>Nach einer gef\u00fchlten Ewigkeit sind wir am Hotel angekommen. Die Stadt Chengdu ist wirklich sehr gro\u00df und im Moment w\u00fcnschen die meisten sich nach Tibet zur\u00fcck. Dort die tiefe Ruhe und innere Gelassenheit, auch wenn die Tibeter ebenso sehr unruhig sein k\u00f6nnen, hier dagegen Hektik und Stress pur. Einfach, weil hier so viel mehr Chinesen leben als Tibeter in Tibet.<\/p>\n<p>Wir gehen kurz auf die Zimmer und machen uns frisch. Eine halbe Stunde sp\u00e4ter geht es dann zu Fu\u00df in ein Restaurant, welches Yukes Frau Diane ausgesucht hat. Das Essen ist exzellent und wir werden alle satt und genie\u00dfen den sch\u00f6nen Abend!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir hatten eine gute Nacht, aber leider war sie fr\u00fch zu Ende. 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