{"id":555,"date":"2011-10-20T13:35:29","date_gmt":"2011-10-20T11:35:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/?p=555"},"modified":"2021-03-06T22:03:44","modified_gmt":"2021-03-06T20:03:44","slug":"20-10-2011-fahrt-von-tsedang-nach-gyantse","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/?p=555","title":{"rendered":"20.10.2011 &#8211; Von Tsedang nach Gyantse"},"content":{"rendered":"<p>Langsam haben wir uns an die harten Betten gew\u00f6hnt. Komischerweise sind keine blauen Flecken auf den Beckenknochen zu sehen, obwohl es sich so anf\u00fchlt. Auch an die H\u00f6he haben wir uns gew\u00f6hnt. Beim Aufstehen am Morgen hat der eine oder andere zwar ein leichtes Dr\u00f6hnen im Kopf, doch sobald der Kreislauf erst einmal in Schwung gekommen ist, verschwindet auch dieser leichte Schmerz.<\/p>\n<p>Unser heutiges Ziel ist die Stadt Gyantse. Um Gyantse zu erreichen, gibt es laut Yuke drei M\u00f6glichkeiten. Zum einen den direkten, kurzen Weg, dann die Nordstra\u00dfe und die S\u00fcdstra\u00dfe. Wir w\u00e4hlen die S\u00fcdstra\u00dfe, welche am interessantesten ist und auch am l\u00e4ngsten. Rund 300 Kilometer Fahrt liegen vor uns, als wir gegen halb neun aufbrechen, wie immer gut ges\u00e4ttigt vom Fr\u00fchst\u00fcck.<\/p>\n<p>Die drei P\u00e4sse, die vor uns liegen, sind der Kampala Pass mit 4800 Meter H\u00f6he, der Kharola Pass mit 5039 Meter H\u00f6he und der Simila Pass, der auf 4700 Metern liegt.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Bus langsam Tsedang verl\u00e4sst, greift Herr Tang zum Mikrofon, welches heute ein wenig zick\u00edg ist. Es gibt Religionen, in denen jedes Teil eine Seele hat, so auch ein Auto, ein Haus oder auch ein Mikrofon. Dieses Mikrofon in diesem Bus scheint heute \u00e4u\u00dferst \u00fcbel gelaunt zu sein, denn immer wieder versagt es seinen Dienst. Doch Herr Tang l\u00e4sst sich davon nicht aus der Ruhe bringen und beginnt zu erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Wir erfahren von ihm heute wieder sehr viele Details \u00fcber das tibetische Familienleben und besonders die unterschiedlichen Eheformen. Zun\u00e4chst erz\u00e4hlt er, dass es auf dem Land \u00fcblich ist, dass in einer Familie mit mehreren S\u00f6hnen nur der \u00e4lteste Sohn heiratet und der j\u00fcngste Sohn ein M\u00f6nch wird. Auf diese Weise ist zumindest f\u00fcr den j\u00fcngsten Sohn gesorgt, der im Kloster mit Essen und Unterkunft versorgt wird. Nur der \u00e4lteste Sohn ist auf dem Land erbberechtigt. Die Frauen d\u00fcrfen in Tibet nur eine bestimmte Anzahl Kinder kriegen, wobei das nur f\u00fcr die Frauen in der Stadt gilt, auf dem Land gilt dies nicht. Das Verh\u00e4ltnis von M\u00e4nnern zu Frauen in Tibet betr\u00e4gt 46 zu 54 Prozent.<\/p>\n<p>Herr Tang erz\u00e4hlt uns auch noch mehr Details. Gibt es zum Beispiel in einer Familie keinen Sohn, so werden alle T\u00f6chter einer Familie mit einem einzigen Mann verheiratet. Obwohl aber die Monogamie in Tibet am verbreitetsten ist, haben Frauen, die mit mehreren M\u00e4nnern verheiratet sind und mit diesen fertig werden, ein besonders hohes Ansehen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend wir wieder durch eine wundersch\u00f6ne Landschaft fahren, erz\u00e4hlt uns Herr Tang das 5. Geheimnis. Das 5.Geheimnis handelt davon, wie der 14. Dalai Lama gefunden wurde. Das ist eine Sache, die mich auch immer schon fasziniert hat und \u00fcber die ich komischerweise schon einige Male nachgedacht habe. Herr Tang berichtet uns, dass es nach dem Tod des 13. Dalai Lama verschiedene Zeichen gab, die auf eben dieses Kind als neuen Dalai Lama deuteten. Ein erstes Zeichen war eine bestimmte Wolkenformation. Ein weiteres Zeichen war, dass sich der Kopf des einbalsamierten Leichnams des 13. Dalai Lama in einer bestimmten Nacht nach Osten gedreht hat. Dies wurde so gedeutet, dass die Reinkarnation des 13. Dalai Lama im Osten zu suchen sei. Ein weiteres Zeichen war, dass an der Ostseite eines Hauses in einem Kloster ein besonderer Pilz wuchs. Dies war wieder ein Zeichen, dass der Knabe im Osten gesucht werden musste. Man hat au\u00dferdem das Orakel befragt, welches eine Vision von dem Aussehen des Geburtshauses des 14. Dalai Lama hatte. Das Orakel sagte auch voraus, dass der 14. Dalai Lama 300 km \u00f6stlich von Lhasa gesucht werden sollte.<\/p>\n<p>Es wurden viele Suchtrupps von M\u00f6nchen ausgeschickt, die nach dem richtigen Kind suchen sollten. Auch der Abt des Sera Klosters leitete einen Suchtrupp. 1938 machte sich der Abt des Sera Klosters auf und fand zwei Familien mit Kindern, auf die die Beschreibung des Geburtshauses mit dem besonderen Dach passte. Der Abt und ein M\u00f6nch tauschte die Kleidung und versuchten \u00fcber eine List, den richtigen neuen Dalai Lama zu finden. Es stellte sich heraus, dass der heutige 14. Dalai Lama die List des Abtes bemerkte und den richtigen Mann als Abt identifizierte, au\u00dferdem konnte er viele Gegenst\u00e4nde des 13. Dalai Lama ohne Probleme als dessen Besitz erkennen. Als bekannt wurde, dass der 14. Dalai Lama gefunden worden war, wollte China das Kind nicht herausgeben. China erpresste Tibet und verlangte ein L\u00f6segeld f\u00fcr die Herausgabe des Kindes. Als Tibet bereit war zu zahlen, erh\u00f6hte China das L\u00f6segeld. Der ganze Prozess dauerte 2 Jahre. Erst 1940 durfte der Knabe nach Lhasa reisen und wurde dort zum 14. Dalai Lama gekr\u00f6nt. Leider war der Vater des Knaben gr\u00f6\u00dfenwahnsinnig und versuchte aus der neuen Position seines Jungen Kapital zu schlagen, was zu einigen politischen Unruhen f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Gegen 10 Uhr 30 unterbricht Herr Tang zwangsweise seine Ausf\u00fchrungen \u00fcber den Dalai Lama, denn wir halten in einem kleinen Ort an einem Haus, das wie eine Hinterhofwerkstatt aussieht. Yuke erkl\u00e4rt uns, dass die Bremsen des Bus mit K\u00fchlwasser aufgef\u00fcllt werden m\u00fcssen, bevor wir in die Berge hoch fahren.<\/p>\n<p>Kaum sind die Bremsen wieder fahrt\u00fcchtig, beginnt auch schon der langsame Anstieg in die Berge. Langsam schiebt sich der Bus die Serpentinen hinauf. Wir kleben an den Fenstern und genie\u00dfen den Anblick. Langsam geht es immer h\u00f6her hinauf und wir steigen inmitten der r\u00f6tlichen Felsen auf engen und kurvigen Stra\u00dfen auf dem Dach der Welt immer noch ein wenig h\u00f6her. Es ist ein Wahnsinn, dass wir auf diesen Stra\u00dfen, nur wenige Meter vom Abgrund entfernt, noch von Pkws und auch von Lkws und Bussen \u00fcberholt werden, nicht nur auf gerader Strecke, sondern auch oder gerade in un\u00fcbersichtlichen Kurven. Zwar hupt unser Fahrer vor jeder Kurve, doch manchmal ist diese Stra\u00dfe sehr schlecht einzusehen.<\/p>\n<p>Wir haben Gl\u00fcck, dass das Wetter auch mitspielt und wir soviel sehen k\u00f6nnen. Der Anstieg auf den Kampala Pass ist wirklich atemberaubend. Je h\u00f6her wir steigen, desto faszinierender wird die Fahrt. Wir blicken zur\u00fcck ins Tal und sehen, wie weit wir schon gekommen sind, dann geht der Blick aber auch wieder hoch und wir erkennen, dass es bis zum Pass noch ein ganzes St\u00fcck zu fahren ist. Aber schlie\u00dflich haben wir es geschafft. Wir befinden uns auf dem Kampala Pass in etwa 4800 Metern H\u00f6he, die genau Angabe schwankt je nach Reisef\u00fchrer.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9073.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-556\" alt=\"DSC_9073\" src=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9073-300x200.jpg\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9073-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9073-280x187.jpg 280w, http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9073.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der Anblick auf den Yandrok See, der sich zu unseren F\u00fc\u00dfen in einem satten t\u00fcrkisblau darbietet, ist einfach unglaublich. Unser Atem geht schwer, wir d\u00fcrfen uns nur langsam bewegen. Mit Sonnenbrille und M\u00fctze bewaffnet verlassen wir den Bus und wandern auf der Aussichtsfl\u00e4che entlang, um den Anblick zu genie\u00dfen. Sofort eilen Einheimische heran, ein Yak und ein Mastif im Schlepptau. Sie bieten uns an, gegen eine Geb\u00fchr von 10 bzw. 20 Yuan ein Foto mit den Tieren zu machen. Doch wir wollen erstmal die Natur und den unvergesslichen Anblick genie\u00dfen. Das f\u00e4llt etwas schwer, denn nat\u00fcrlich ist dieser Aussichtspunkt bei allen Touristen beliebt und auch die Einheimischen wissen das. Sie stehen mit geschm\u00fcckten Yaks und Mastifs bereit, um vor der malerischen Kulisse des Yandrok Sees und der schneebedeckten Berge Fotos machen zu lassen. Nat\u00fcrlich nutzen wir die uns zugesagte Zeit \u00fcber Geb\u00fchr aus. Jeder versucht, die wundervolle Stimmung des t\u00fcrkisfarbenen Sees vor den schneebedeckten Bergen auf seine Art einzufangen. Es werden Einzelbilder geschossen und Bilder von Paaren, aber nat\u00fcrlich auch ein paar Gruppenfotos vor dieser sch\u00f6nen Kulisse.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9084.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-557\" alt=\"DSC_9084\" src=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9084-300x200.jpg\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9084-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9084-280x187.jpg 280w, http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9084.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Danach k\u00f6nnen Sibylle und ich doch nicht umhin, uns zusammen mit einem sch\u00f6n geschm\u00fcckten Yak fotografieren zu lassen. Sibylle steigt auf das Yak und bekommt sogar eine sch\u00f6ne Fellm\u00fctze aufgesetzt, ich bleibe daneben stehen und wir lassen Michi ein paar Fotos schie\u00dfen. Manchmal muss man solche Touristenaktionen einfach mitmachen.<\/p>\n<p>Herr Tang ruft schon wieder. Wir sind viel zu sp\u00e4t dran.<br \/>\nNachdem wir uns hier losgesagt haben, geht es wieder weiter. Es liegen noch zwei P\u00e4sse vor uns. Der Anstieg vom Kampala Pass zum Kharola Pass ist aber nicht mehr so steil, wir fahren \u00fcber weite Ebenen, die Berge immer zu beiden Seiten im Blick.<\/p>\n<p>Bevor wir jedoch den Kharola Pass erreichen, kommen wir zu einem weiteren Aussichtspunkt am Yandrok See. Kaum haben wir den Bus verlassen und ein paar Fotos geschossen, da kommen wieder Einheimische aus den B\u00fcschen und hinter den Felsen hervorgesprungen und wollen von uns Geld daf\u00fcr haben, dass wir die Natur fotografieren.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9156.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-558\" alt=\"DSC_9156\" src=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9156-300x200.jpg\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9156-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9156-280x187.jpg 280w, http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9156.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>In China, so erkl\u00e4rt uns Yuke anschlie\u00dfend im Bus, besitzt der Staat auch die Natur und kann daf\u00fcr Geld verlangen. In Japan ist das Besichtigen und der Genuss von Natursch\u00f6nheiten kostenlos. China ist ein Mafia-Staat, wie Yuke selber zugibt. Gegen 13:30 Uhr erreichen wir ein tibetisches Restaurant und essen dort ein einfaches, aber leckeres halbwegs vegetarisches Mal. Es ist schwierig, einen Platz f\u00fcr uns zu finden, da das Lokal von einer Gruppe Russen oder Polen belagert ist. Nach dem Essen geht es dann weiter und gegen 14 Uhr 50 erreichen wir den Kharola Pass, der sich auf 5039 Metern H\u00f6he befindet. Wir verlassen den Bus und st\u00fcrmen auf den Gletscher zu, der auf der anderen Seite der Stra\u00dfe emporstrebt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9252.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-559\" alt=\"DSC_9252\" src=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9252-300x200.jpg\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9252-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9252-280x187.jpg 280w, http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9252.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ein imposanter Anblick, wie das Eis und der Schnee im Schein der strahlenden Sonne gl\u00e4nzen und unsere Augen blenden. Trotz Sonne ist es etwas k\u00fchl und wir sind froh, uns einigerma\u00dfen warm nach dem Zwiebelprinzip angezogen zu haben.<\/p>\n<p>Der Anblick ist so wundersch\u00f6n und man kommt sich vor diesem Berg so unsagbar klein vor, alle Probleme verschwinden mit einem Mal im Nirvana. Uns st\u00f6ren auch die tibetischen M\u00e4dchen nicht, die uns n\u00f6tigen wollen, f\u00fcr Fotos zu bezahlen, zu denen sie sich urpl\u00f6tzlich platzieren. Einfach die Natur zu genie\u00dfen und auf dem harten Fels zu spazieren, der Millionen von Jahren alt ist und schon Generationen von Menschenleben \u00fcberlebt hat, ist ergreifend. Wir bewegen uns hier auf dem Dach der Welt, auf den h\u00f6chsten Punkten der Erde. Die Himalaya-Kette mit dem Mount Everest ist nur knapp 300 Kilometer entfernt. Das sind Tatsachen, die einen klein und unwichtig werden lassen.<\/p>\n<p>Wir fahren weiter zum dritten Pass an diesem besonderen Tag, dem Simila Pass. Auf dem Weg dorthin sehen wir die schneebedeckte Himalaya-Kette am Horizont. Man kann es kaum glauben, hier fahren wir durch eine landwirtschaftliche Gegend, in der gerade die Ernte eingefahren wird, und ein paar Kilometer weiter weg beginnt bereits der Himalaya.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich halten wir immer wieder an und schie\u00dfen ein paar Fotos. F\u00fcr einen einheimischen mag es verr\u00fcckt erscheinen, dass wir Interesse daran haben, die Tibeter bei der t\u00e4glichen Arbeit zu fotografieren, aber f\u00fcr uns ist das so weit weg und in unserer hochtechnisierten Welt schon ein Teil der eigenen Vergangenheit.<br \/>\nMehrere Kilometer fahren wir durch landwirtschaftlich erschlossene und bewirtschaftete Gegenden.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9286.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-560\" alt=\"DSC_9286\" src=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9286-300x200.jpg\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9286-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9286-280x187.jpg 280w, http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9286.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Dann geht es wieder h\u00f6her und wir kommen zum 3. Pass, dem Simila Pass. Wir stoppen an einem Stausee, der von seiner geologischen Form an die Fjorde in Norwegen erinnert. Die t\u00fcrkise Farbe des Gletscherwassers erinnert an die Seen und Fl\u00fcsse der nordamerikanischen Rocky Mountains.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9301.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-561\" alt=\"DSC_9301\" src=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9301-300x200.jpg\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9301-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9301-280x187.jpg 280w, http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/DSC_9301.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Unser Stopp an diesem Stausee ist auch wieder eine atemberaubende Sache. Wir kommen aus dem staunen nicht heraus und genie\u00dfen das wundersch\u00f6ne Wetter. Es ist zwar etwas windig und k\u00fchl, aber die innere W\u00e4rme aufgrund dieser Sehensw\u00fcrdigkeiten ist ausreichend. Die Fotoapparate klicken und die Kameras w\u00fcrden das selbe tun, wenn sie nicht mittlerweile lautlos arbeiten w\u00fcrden. W\u00e4hrend die meisten aus unserer Gruppe bereits in Richtung des Bus verschwinden, beschlie\u00dfen Sibylle, Michi, Rita und ich, noch einmal etwas h\u00f6her auf den Aussichtspunkt zu gehen. Der Weg nach oben ist nicht einfach, die Stufen bestehen aus losen Steinen, die jederzeit unter unseren F\u00fcssen wegrutschen k\u00f6nnen. Es ist auch sehr windig, so dass ich vorsichtshalber meine M\u00fctze absetze. Der Aufstieg ist anstrengend, immerhin befinden wir uns \u00fcber 4500 Meter H\u00f6he. Doch die Anstrengung lohnt sich. Von dem Aussichtspunkt, an dessen Spitze eine kleine Lehmziegelh\u00fctte steht, das \u00fcber und \u00fcber mit Gebetsfahnen geschm\u00fcckt war, bot sich uns wieder ein wundervoller Anblick auf das t\u00fcrkisfarbene Wasser und die rauen, schroffen Felsen.<\/p>\n<p>Dieser Tag mit seien Natursch\u00f6nheiten ist eine willkommene Abwechslung gewesen zu den Kl\u00f6stern der letzten Tage. Aber auch f\u00fcr heute steht noch Kultur auf dem Programm.<\/p>\n<p>Nach dem Besuch des Stausees erreichen wir bald darauf die Stadt Gyantse, unser n\u00e4chste Station. Gyantse liegt auf 4070 Metern H\u00f6he. Wir besuchen ein Kunbum Kloster, in dem verschiedene Sekten leben. 70 M\u00f6nche leben in diesem Kloster und der Abt ist ein Lama.<\/p>\n<p>Interessantestes Objekt des Klosters ist eine Grabstupa, die 13 Stockwerke hoch ist. Leider ist es schon sehr sp\u00e4t, so dass wir es nicht mehr schaffen, bis ganz nach oben zu gehen. Von oben h\u00e4tte man bei gutem Wetter die Himalaya-Kette gesehen, doch das ist uns heute nicht verg\u00f6nnt. In den einzelnen Hallen des Klosters sind viele sch\u00f6ne Holzschnitzereien zu bewundern. Anschlie\u00dfend erwerben wir noch auf dem naheliegenden Markt eine Gebetsm\u00fchle als Souvenir. Michi und Martina haben die passende R\u00e4ucherst\u00e4bchen-Schatulle erworben.<\/p>\n<p>Nach dem Besuch des Klosters ging es wieder zur\u00fcck ins Hotel. Dort hatten wir nur eine halbe Stunde Zeit, bis es zum Essen ging. Die Zeit nutzen wir, um Sibylle, die seit ein paar Tagen unter einer Halsentz\u00fcndung und einer Erk\u00e4ltung litt, einen Tee zu machen. Unten in der Lobby des Hotels trafen wir dann die anderen. Wir hatten Yuke vorher gebeten, etwas Medizin f\u00fcr Sibylle zu besorgen. Es war ein Gl\u00fcckstreffer, dass sich direkt gegen\u00fcber des Hotels eine Apotheke befand. Zusammen mit Yuke sind Sibylle und ich dann zur Apotheke gegangen, w\u00e4hrend die anderen mit Herrn Tang ins Restaurant gegangen sind. Wir waren sehr froh, Yuke dabeizuhaben, denn er konnte dem Apotheker sehr gut auf chinesisch erkl\u00e4ren, was Sibylle fehlte und welche Art von Medikamenten sie brauchte. Zum Gl\u00fcck hatte Yuke da schon zwei Medikamente im Kopf, die er empfahl. Der Apotheker, wie alle Chinesen war er anscheinend mit der Zigarette in der Hand geboren, suchte die Sachen heraus und wir bezahlten. Dann folgten wir den anderen in das Restaurant. Es war ein nepalesisches Restaurant, welches sich schon allein dadurch von den chinesischen und tibetischen unterschied, dass wir hier nicht an einem runden Tisch sa\u00dfen, sondern an einer langen Tafel. Auch gab es keine St\u00e4bchen f\u00fcr uns, hier wurde mit Messer und Gabel gegessen. Nichtsdestotrotz war das Essen extrem lecker und selbst Sibylle, die heute etwas angeschlagen war, konnte das Essen genie\u00dfen. Es wurde wieder ein sehr sch\u00f6ner und geselliger Abend.<br \/>\nDanach gingen wir dann ins Hotel zur\u00fcck und verschwanden schnell auf den Zimmern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Langsam haben wir uns an die harten Betten gew\u00f6hnt. Komischerweise sind keine blauen Flecken auf den Beckenknochen zu sehen, obwohl es sich so anf\u00fchlt. 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