{"id":376,"date":"2012-09-16T21:21:23","date_gmt":"2012-09-16T19:21:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/?p=376"},"modified":"2021-03-06T22:03:30","modified_gmt":"2021-03-06T20:03:30","slug":"16-09-2012-fahrt-nach-swasiland","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/?p=376","title":{"rendered":"16.09.2012 &#8211; Fahrt nach Swasiland"},"content":{"rendered":"<p>Wir erwachten bei Regen. Es hatte die ganze Nacht durchgeregnet, am Morgen n\u00e4herte sich sogar ein Gewitter, der rollende Donner kam langsam immer n\u00e4her. Doch das war an diesem Morgen nicht ganz so schlimm, denn die n\u00e4chsten Stunden waren wir im Bus unterwegs nach Swasiland.<\/p>\n<p>Im Fr\u00fchst\u00fccksraum ist es heute sehr voll. Gestern abend war eine Gruppe von Portugiesen angekommen, die heute zum Teil auch schon im Fr\u00fchst\u00fccksraum dabei sind. Dadurch sind die schwarzen Kellnerinnen und Kellner, die meisten sehen sowieso aus wie 15 bis 20 Jahre, ein wenig \u00fcberfordert. Wir lassen uns aber nicht stressen und genie\u00dfen das Fr\u00fchst\u00fcck. P\u00fcnktlich um 8 Uhr 30 brechen wir bei st\u00e4rker werdendem Regen auf und verlassen die Casa do Sol im kleinen Regenwald.<\/p>\n<p>Die Fahrt nach Swasiland f\u00fchrt uns heute zun\u00e4chst ein St\u00fcck auf der R40 Richtung White River. Angelika nutzt wie immer die Zeit im Bus sinnvoll und versucht uns auf unseren kurzen Besuch in Swasiland vorzubereiten. Wir vier Norderstedter h\u00e4tten uns niemals tr\u00e4umen lassen, irgendwann einmal nach Swasiland zu kommen. Ich pers\u00f6nlich wu\u00dfte bisher gar nichts \u00fcber das Land zwischen Mosambik und S\u00fcdafrika. Doch diese L\u00fccke wird von Angelika geschlossen.<\/p>\n<p>Wir werden nach Ezuweni fahren, was \u00fcbersetzt Tal der Sonne bedeutet. Unsere Hoffnung ist, dass sich das Wetter bis dahin an die Namensgebung h\u00e4lt und endlich wieder etwas mehr Sonne zu sehen ist, als die letzten Tage.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend wir die Gegend um Hayziview verlassen, passieren wir ein Homeland und sehen wieder die vielen halbfertigen H\u00e4user links und rechts der Stra\u00dfe. Angelika hatte zwar schon davon gesprochen, aber sie macht uns nochmal deutlich, dass so ein Hausbau in S\u00fcdafrika sich oft \u00fcber einige Jahre hinzieht. Die jungen M\u00e4nner arbeiten in der Stadt und schicken Geld nach Hause, so dass wenn gen\u00fcgend Geld zusammengekommen ist, neues Baumaterial gekauft und am Haus weitergearbeitet werden kann. Das passiert nat\u00fcrlich nicht so kontinuierlich wie bei uns, aber die S\u00fcdafrikaner haben einen Weg gefunden, damit zu leben und sich auf ein angenehmes Leben im eigenen Haus im Alter zu freuen.<\/p>\n<p>Angelika beginnt damit, uns auf die Zulus vorzubereiten. Auf ihre mittlerweile unverkennbare Art schweift sie dabei gerne immer wieder ab und beginnt von Nebenschaupl\u00e4tzen zu berichten, so dass wir manches Mal den roten Faden verlieren. Sie ist eine liebenswerte Person, aber manchmal etwas zu chaotisch in ihrer Art. Ich wundere mich schon ein wenig wie sie es schafft, eine Reisgruppe zu organisieren und im Zaum zu halten. Bisher hat ja alles super geklappt. Auch sehr auff\u00e4llig ist Angelikas Sprachmix. Dadurch, dass sie in S\u00fcdafrika aufgewachsen ist und sowohl Afrikaans als auch Englisch und Deutsch spricht, vermischt sie manches Mal ein paar Ausdr\u00fccke und kommt nicht immer gleich auf die einfachsten W\u00f6rter.<\/p>\n<p>Irgendwie schafft sie es aber immer wieder, zum Kern der Geschichte zur\u00fcckzukommen, auch wenn wir uns schon lange verloren geglaubt haben. So auch dieses Mal, wo sie uns ein wenig von den Br\u00e4uchen der Zulus bzw. auch ein paar anderer afrikanischer St\u00e4mme berichtet. Sie erinnert uns an die beiden Frauen, die wir in Pilgrims Rest gesehen hatten, die Ringe um die H\u00e4lse getragen haben. Im Volksmund wurden diese Frauen fr\u00fcher Giraffenfrauen genannt. Kein sch\u00f6ner Ausdruck. Sie geh\u00f6ren zum Stamm der Ndebele und wir h\u00f6ren, dass die erste Frau eines Ndebele Mannes einen Ring aus Gras bekommt. Jeder weitere Ring wird aus Kupfer gefertig. Bei den Ndebele bekommen nur die ersten Frauen die Ringe um den Hals, und zwar f\u00fcr jede weitere Nebenfrau eines Mannes kommt ein weiterer Kupferring dazu. Da frage ich mich, wird so der Reichtum eines Ndebele Mannes abgelesen, an der Anzahl der Ringe seiner Hauptfrau? Seltsame patriarchachisch Riten und Gebr\u00e4uche.<\/p>\n<p>Wie gesagt, Angelika schafft es irgendwie, immer wieder auf den Kern der Dinge zur\u00fcckzukommen. Sie findet auch irgendwann wieder zu den Zulus zur\u00fcck. Wir erfahren also, wie die Br\u00e4uche beim Werben und Heiraten sind, h\u00f6ren von ihr, worum es sich ei dem Wort Lebola handelt. Das ist nichts anderes als eine Mitgift, die auch heutzutage bei den Zulus nicht mehr in Rindern, sondern in Sachwerten oder Geld gezahlt werden kann und die bei der Scheidung wieder zur\u00fcckgegeben werden mu\u00df. Wir h\u00f6ren in sehr ausf\u00fchrlicher und auch etwas zu detaillierter Beschreibung, wie die jungen M\u00e4nner fr\u00fcher abgeh\u00e4rtet wurden und den Ritus des Mannes erhielten und sich endg\u00fcltig vom Kind sein verabschieden. Von nun an wird jede Ihrer Handlungen eine Konsequenz haben und nicht als Streich oder Dummheit bel\u00e4chelt. Dieser \u00dcbergang geschiet durch die Beschneidung oder bei anderen St\u00e4mmen durch besonders harte Pr\u00fcfungen wie etwa das Laufen \u00fcber Dornenb\u00fcsche. Aber auch die ganze Vorbereitung auf das Mann-sein wird deutlich beschrieben, vom Zusammenkommen der jungen M\u00e4nner und dem Abstecher in die Wildnis, das bauen und Leben in einer H\u00fctte zusammen mit dem \u00c4ltesten Mann des Stammes, der den jungen M\u00e4nnern die Manieren und das Erwachsensein lehrt. Und am Ende der Unterrichtung wird die H\u00fctte verbrannt und die jungen M\u00e4nner begeben sich nackt zum Flu\u00df und erhalten dort neue Kleidung. Nun sind sie M\u00e4nner, sind Krieger.<\/p>\n<p>Mittlerweile sind wir in Malelane angekommen. Wir passieren ein paar wundersch\u00f6ne Schirmakazien, wie wir sie hier in S\u00fcdafrika immer wieder zu Gesicht bekommen haben. Dann geht es vorbei an Papaya Feldern, Pampelmusen und Zitronenplantagen. Und immer wieder mischt sich auch ein Zuckerrohrfeld dazwischen.<\/p>\n<p>Dann fahren wir durch das Krokodiltal am Kr\u00fcger Park entlang. Die Wolken und der Nebel h\u00e4ngen sehr tief und es wird k\u00e4lter. Wir w\u00fcrden gerne die Heizung im Bus anmachen, aber daf\u00fcr sind diese Reisebusse hier in S\u00fcdafrika nicht wirklich vorgesehen. So k\u00f6nnen wir nicht anders als uns w\u00e4rmere Sache anzuziehen und abzuwarten, bis es w\u00e4rmer wird.<\/p>\n<p>Als wir das Krokodiltal passieren kommen wir vorbei an einer riesigen Zuckerrohrplantage. Die Gegend um Malelane ist bekannt f\u00fcr ihren Zucker. W\u00e4hrend wir die Felder passieren, berichtet Angelika wie Zuckerrohr geerntet wird und woran man erkennt, dass es bereits zu sp\u00e4t ist, den Zucker zu ernten. Das ist n\u00e4mlich dann der Fall, wenn am oberen Ende des Rohres eine Blume w\u00e4chst, dann hat das Rohr bereits seine ganze Kraft verbraucht.<\/p>\n<p>Gegen 10 Uhr 50 verlassen wir die Autobahn und fahren ab auf die R570. Um 11 Uhr 30 erreichen wir die Grenze nach Swasiland. Das Land ist kleiner als der Kr\u00fcger Nationalpark und hat eine Fl\u00e4che von etwa 17000 Quadratkilometern. Obwohl das Land so klein ist, geht die Zollabwicklung unheimlich schnell vorbei. Die Zollbeamten auf der Swasi Seite sind au\u00dferordentlich freundlich und knallen und freundlich lachend den Stempel in unsere P\u00e4sse.<\/p>\n<p>Kaum sind wir auf Swasi Seite wieder in den Bus gestiegen und auf dem Weg zu unserer Lodge, da beginnt Angelika wieder etwas zu erz\u00e4hlen. Sie berichtet von den Riten bei der Suche nach einem neuen K\u00f6nig und den Voraussetzungen, die erf\u00fcllt sein m\u00fcssen. Es gibt derer 3:<br \/>\n1. die Mutter des zuk\u00fcnftigen K\u00f6nigs mu\u00df aus einer guten Familie stammen<br \/>\n2. Die Frau darf nur einen Sohn haben<br \/>\n3. Der junge Mann darf zum Zeitpunkt der Kr\u00f6nung nicht verheiratet sein<br \/>\nDiese Bedingungen klingen nicht allzu kompliziert. Das ist die Theorie, die alten Sitten. Doch Angelika berichtet neben dem Reed Tanz, der der Brautfindung dient und mit Jungfrauen zwischen 15 und 35 Jahren durchgef\u00fchrt wird, auch von den moderen Problemen und deren L\u00f6sung, die so ein K\u00f6nig bei der Brautsuche hat.<\/p>\n<p>Der aktuelle K\u00f6nig ist bei seinem Volk au\u00dferordentlich beliebt, obwohl er ein richtiger Hallodri und Geldverschwender zu sein scheint, der lieber seinen Frauen neue Autos kauft, als sein Land zu unterst\u00fctzen und Schulen und Waisenh\u00e4user zu bauen. Die Regierung und das Parlament in Swasiland haben keine richtige Machtbefugnis denn der K\u00f6nig kann f\u00fcr alles sein Vetorecht einlegen und Entscheidungen r\u00fcckg\u00e4ngig machen. Angelika gibt uns ein paar Zeitungsausschnitte zu lesen, die den aktuellen K\u00f6nig beschreiben und zeigen, was sein Volk von ihm h\u00e4lt. Die meisten unterst\u00fctzen den verschwenderischen Lebensstil des K\u00f6nig.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/048-DSCF0824.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-377\" alt=\"048 DSCF0824\" src=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/048-DSCF0824-300x225.png\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/048-DSCF0824-300x225.png 300w, http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/048-DSCF0824-280x210.png 280w, http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/048-DSCF0824.png 480w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Unser Hotel in Swasiland sieht sehr sch\u00f6n aus. Nebenan liegt eine Golfanlage. Das Hotel scheint alt zu sein, denn die ein oder andere Ecke ist etwas renovierungsbed\u00fcrftig, aber insgesamt macht das Hotel einen sch\u00f6nen Eindruck. Wir vier Norderstedter gehen noch kurz zum knapp einen Kilometer entfernten Kunsthandwerkermarkt, der doch sehr touristisch aufgemacht war. Kaum sind wir dort angekommen, beginnt es heftig zu regnen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/047-DSCF0828.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-378\" alt=\"047 DSCF0828\" src=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/047-DSCF0828-300x225.png\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/047-DSCF0828-300x225.png 300w, http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/047-DSCF0828-280x210.png 280w, http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/047-DSCF0828.png 480w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nun haben wir genug Zeit, in aller Ruhe die St\u00e4nde in Augenschein zu nehmen. Doch es gibt nichts, was uns vom Hocker rei\u00dft. Wir sind froh, als der Regen nachl\u00e4\u00dft und schlie\u00dflich aufh\u00f6rt, so dass wir zu Fu\u00df zur\u00fcck zum Hotel k\u00f6nnen. Wir sind gerade richtig, um noch in Ruhe zu duschen, dann geht es auch schon zum Abendessen. Als wir in das Restaurant kommen und uns nach kurzer Bestellung der Getr\u00e4nke zum Buffett vorwagen, sind wir zun\u00e4chst sehr \u00fcberrascht, was f\u00fcr eine Auswahl an Speisen uns hier pr\u00e4sentiert wird. Gerade hier in Swasiland h\u00e4tten wir dieses Angebot nicht erwartet. Und es schmeckt insgesamt auch sehr lecker.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir erwachten bei Regen. Es hatte die ganze Nacht durchgeregnet, am Morgen n\u00e4herte sich sogar ein Gewitter, der rollende Donner kam langsam immer n\u00e4her. 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