{"id":106,"date":"2010-11-04T12:25:51","date_gmt":"2010-11-04T10:25:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/?p=106"},"modified":"2021-03-06T22:05:00","modified_gmt":"2021-03-06T20:05:00","slug":"04-11-2010-stadtrundfahrt-in-lima","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.sibylleundmattiontour.com\/wordpress\/?p=106","title":{"rendered":"04.11.2010: Stadtrundfahrt in Lima"},"content":{"rendered":"<p>Die Gruppe trifft sich um kurz vor 12 in der Lobby zur gemeinsamen Stadtrundfahrt. Es haben sich zwei Gruppen gebildet, zum einen diejenigen, die bereits am Tag zuvor angekommen sind, weil sie mit einer anderen Fluggesellschaft geflogen sind. Und die Gruppe der Reisenden, die mit LAN Chile\/Peru hierhergekommen sind. Aber ich bin zuversichtlich, dass sich beide Gr\u00fcppchen im Lauf der Reise miteinander verschmelzen werden.<br \/>\nP\u00fcnktlich brechen wir auf und besteigen zun\u00e4chst den Reisebus, der sich uns als au\u00dferordentlich ger\u00e4umig pr\u00e4sentiert. Unser Busfahrer hei\u00dft Orlando, er sieht recht jung aus. Wir haben auch einen lokalen Reisef\u00fchrer, Gerda. Sie ist vom Alter schwer einzusch\u00e4tzen, aber als sie uns begr\u00fc\u00dft und erz\u00e4hlt, das sie seit fast 50 Jahren in Peru lebt, wird klar, das sie bestimmt \u00fcber 60 Jahre alt ist.<br \/>\nZun\u00e4chst \u00fcbernimmt sie das Mikrofon auf der Busfahrt durch die Stadt Lima, auf dem Weg zum historischen Zentrum. Dann \u00fcbergibt sie nach kurzer Zeit das Mikrofon an Andrea, unsere Reiseleiterin. Als wir vor einigen Stunden das erste Mal Andrea begegnet sind, war ich schon etwas skeptisch, denn ihr Aussehen war etwas ungewohnt. Das hervorstechenste an ihr waren ihre schwarzen Haare, in denen rote Str\u00e4hnen eingearbeitet waren, dazu die eher dunkel gehaltene Kleidung, schwarze Hose und schwarz wei\u00dfer Pullover. Sie war w\u00e4rmer gekleidet als wir mit unseren kurzen Sommerklamotten. Aber die Kleidung oder das Aussehen sind ja kein Indiz f\u00fcr den Charakter, und w\u00e4hrend Andrea uns erkl\u00e4rte, was uns die n\u00e4chste Zeit erwarten w\u00fcrde und wie die Reise ablaufen wird, wurde uns schnell klar, das unsere Wahl f\u00fcr Studiosus richtig gewesen ist. Andrea erinnerte in ihrer Art sehr stark an Frau Schulte, mit der wir Indien bereist hatten.<br \/>\nDie Stadtrundfahrt wird sehr spannend, wie immer sind die Studiosus Reiseleiter umfassend informiert und k\u00f6nnen eine ganze Menge \u00fcber Land und Leute erz\u00e4hlen. Wir erfahren von Andrea nicht nur Dinge aus der Geschichte der Peruaner, sondern auch immer etwas \u00fcber das allt\u00e4gliche Leben. Die Fahrt mit unserem Reisebus in die Stadt nutzt Andrea, um uns unter anderem etwas \u00fcber das \u00f6ffentliche Verkehrssystem zu erz\u00e4hlen. Es gibt in Lima viele private Buslinien, die auf unterschiedlichen Strecken durch die 9 Millionen Stadt fahren. Haltestellen gibt es nicht, man stellt sich einfach an den Stra\u00dfenrand und winkte einen vorbeifahrenden Bus herbei. Nicht immer fahren die Busse dorthin, was an dem Bus angeschrieben steht. Einzig auf die Ansage des Busfahrers ist Verla\u00df.<\/p>\n<p>Insgesamt ist das Verkehrssystem in Lima recht chaotisch. Es gilt das Recht des st\u00e4rkeren und gr\u00f6\u00dferen Autos. Fu\u00dfg\u00e4nger haben keine Rechte, Ampeln gibt es zwar, aber meist wird sich nicht daran gehalten. Obwohl es also ein recht chaotisches Statdbild ist, wirkt diese Stadt, die um 1535 als eine kleine Ansammlung von ein paar H\u00fctten gegr\u00fcndet wurde, warm und offen. Lima liegt am Flu\u00df Rimaq, dies scheint nach g\u00e4ngier Meinung auch der Grund des Namens zu sein. Aber richtig \u00fcberliefert ist das nicht.<\/p>\n<p>Lima ist eine sehr gro\u00dfe und vor allem gegens\u00e4tzliche Stadt. Es ist eine Stadt der Kontraste, der Kontraste von arm und reich, von jung und alt, von neuer moderner Architektur und alter Inkabauweise. Andrea scheint eine sehr pers\u00f6nliche Bindung zu Peru zu haben, das merkt man an der Art, wie sie \u00fcber das Land und die Menschen redet. Aber das zeichnet eben das Reisen mit\u00a0Studiosus aus. Die Qualit\u00e4t der Reisef\u00fchrer ist au\u00dferordentlich gut.<br \/>\nAndrea berichtet uns von den Lebensklassen in Peru, es gibt die 4 Schichten A,B,C und D, A ist die reichste Schicht, D die \u00e4rmste Bev\u00f6lkerungsschicht. Inoffiziell ist sogar von einer Schicht E die Rede. Armut und Arbeitslosigkeit gibt es nat\u00fcrlich auch in Peru.<\/p>\n<p>Lima, so erz\u00e4hlt uns Andrea, ist auch eine sehr melancholische Stadt. Oft liegt die Stadt im Garuja verborgen, im Nebel, und dies schl\u00e4gt nat\u00fcrlich auf das Gem\u00fct der Menschen. Umso fr\u00f6hlicher und freundlicher werden die Menschen, wenn einmal die Sonne herauskommt. Wir haben das Gl\u00fcck, das die Sonne herauskommt als wir unterwegs sind. Am Plaza de Armor steigen wir aus dem Bus und bewundern die Kathedrale.<\/p>\n<p>Wir erfahren viel \u00fcber die Geschichte Pizarros, des Gr\u00fcnders von Lima. Die Kathedrale, die zwischen 1535 und 1625 erbaut wurde &#8211; nach 1746 teilweise restauriert &#8211; mit einem Glassarg, in dem der Gr\u00fcnder von Lima, Francisco Pizarro, liegen soll; die Kirche und das Kloster von San Francisco, die durch ihre Gr\u00f6\u00dfe und Farbe als best erbauter architektonischer Komplex in Lateinamerika betrachtet wird.<\/p>\n<p>In der Kathedrale hat uns Gerda gef\u00fchrt und berichtet vom Leben und Wirken Pizarros. Es waren sehr viele Episoden \u00fcber sakrale Themen. Nach dem Besuch der Kathedrale und des Klosters San Francisco, welches wir zu Fu\u00df erreichten, ging es mit dem Bus zur\u00fcck ins Hotel. Dort gab es dann erst einmal etwas Gelegenheit, uns kurz frisch zu machen. Anschlie\u00dfend trafen wir alle im Restaurant aufeinander und nahmen den Begr\u00fc\u00dfungstrunk Pisco Sour zu uns. Wie wir das schon von der Indien Reise kannten, startete Andrea ein kleines Kennenlernspiel. Sie hatte 18 Karten mit 9 verschiedenen, typisch peruanischen Motiven erstellt, von denen jeder von uns eine Karte ziehen mu\u00dfte. Dann bestand die Aufgabe darin, den Reiseteilnehmer zu finden, der die gleiche Karte gezogen hatte. Dieser mu\u00dfte einem dann etwas \u00fcber sich erz\u00e4hlen und in anschlie\u00dfender gro\u00dfer Rund sollten wir in zwei bis drei kurzen S\u00e4tzen unseren Kartenpartner beschreiben. Ich hatte das gro\u00dfe Gl\u00fcck, Machu Picchu zu ziehen, denn dies ist der Hauptgrund, weswegen ich nach Peru gekommen bin. Ich h\u00e4tte keine bessere Karte ziehen k\u00f6nnen. Monique, eine Luxemburgerin so um die 35 Jahre, ging es genauso. Jedes andere Motiv h\u00e4tte nicht gepa\u00dft, aber Machu Picchu verk\u00f6rperte auch f\u00fcr sie all das, was Peru ausmacht und repr\u00e4sentiert. So hatten sich gleich die richtigen gefunden. Sibylle ging es \u00e4hnlich. Ihr Kartenpartner war der Mann von Monique und die beiden hatten auch gleich eine gro\u00dfe Gemeinsamkeit herausgefunden. Diese hatte zwar nichts mit Peru zu tun, aber beide fanden heraus, das Australien ihre gro\u00dfe Leidenschaft ist.<\/p>\n<p>In anschlie\u00dfender Vorstellungsrunde konnten wir einiges \u00fcber unsere Reisebegleiter erfahren. Viele der anderen Teilnehmer sind Studiosus erfahren und ganz besonders Wander-erfahren. Die meisten haben schon mehrere Wanderstudienreisen gemacht und waren anscheinend total begeistert davon. Wir sind gespannt, ob es uns auch so gut gef\u00e4llt.<\/p>\n<p>Nach der Begr\u00fc\u00dfungsrunde ging es wieder f\u00fcr ein paar Minuten aufs Zimmer, bevor wir dann zum Abendessen ins Stadtviertel Larcomar gingen, direkt am Pazifik gelegen. Dort hatten Andrea und Gerda ein Restaurant ausgesucht, welches offensichtlich f\u00fcr gro\u00dfe Reisegruppen ausgelegt war. Der Ger\u00e4uschpegel war entsprechen hoch. Unterhalten konnte man sich nicht, aber daf\u00fcr war das Essen sehr lecker, es gab nur typisch peruanische Gerichte. Wir genossen beim Essen dann auch eine Tanzvorf\u00fchrung, die auf einer B\u00fchne direkt in der Mitte des Raumes stattfand. Danach ging es zur\u00fcck<br \/>\nins Hotel, wo wir todm\u00fcde in unsere Betten fielen. Die lange Anreise forderte langsam ihren Tribut!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Gruppe trifft sich um kurz vor 12 in der Lobby zur gemeinsamen Stadtrundfahrt. 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